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Klarheit und Festigkeit. Aber auch sein Gemüth, inwelchem sich die Funken schwärmerischer Liebe regten,mußte bewacht und veredelt werden. Dazu half ihm inder zartesten Weise eine gebildete, verwittwete Schneider-meisterin, welche seine stürmischen Anträge mit einer ernstenEntschiedenheit, aber auch mit Zartgefühl und Wohlwollenbeantwortete und dazu beitrug, daß Feßler fortan seinerauswallenden Liebe zum weiblichen Geschlecht die rechtenGrenzen setzte. Wie glücklich war er hierdurch! Trafendie ersten Triebe seiner Liebe ein lockeres gemeines Ge-müth, so zog ihn dasselbe tief hinein in den Schmutz derSünde, und es war um sein Herz vielleicht aus immergeschehen. Nachdem er im Jahre 1776 die kleinen vierWeihen von dem Großwardeiner Bischof und von demErzbischof Patachich erhalten hatte, wurde er mit lzpmLector Amadeus und vier Mitschülern von Großwardeinnach Schwächst, zwei Meilen vor Wien, geschickt, um da-selbst Theologie und Casuistik zu erlernen. Obgleich ihmdort alle verdächtigen Bücher weggenommen wurden, wußteer sich doch durch Valentin von Ehbel, Hofrath undProfessor in Wien, die rechte Speise feines Geistes zuverschaffen; aber übermäßiges Arbeiten warf ihn aufsKrankenlager. Kaum war der ordentliche Arzt des Klosters,Maximilian Stoll, aus Wien herbeigerufen, so entdeckteihm Feßler vertrauensvoll sein zerrissenes Gemüth undbat ihn um Beistand und Rath. Dieser nahm sich auchmenschenfreundlich seiner an, ließ ihn nach Wien kommenund machte ihn mit Herrn von Ehbel näher bekannt, wel-chem er wieder die Bekanntschaft des Benedictiner-Ordens-Prälaten Rautenstrauch verdankte, eines Mannes, welcherwahrhaft väterlich für ihn sorgte. Als Feßler von Wien