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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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seiner wahren Gestalt; er hatte bisjetzt auf die Kirche nurmit Ehrfurcht und Begeisterung gesehen, jetzt lernte erauch die Ausartungen derselben kennen, und da sein Geistnoch nicht kräftig genug war, das empfangene Licht zuverstehen, da er nicht im Stande war, an der Quelledes lautern Evangeliums alles ungesunde, kranke Religions-wesen entbehren und verachten zu lernen, so war freilichdie erste Frucht jenes Lichtes nur religiöse Gleichgültigkeitund Unglaube. Mit diesen zwei Dämonen verbindet sichleicht ein dritter, die Lasterhaftigkeit, und sie führen dannvereint den Menschen auf lockern Wegen zum Abgrund.So wäre es gewiß auch unserm Feßler gegangen, dennschon neigte sich sein Herz zu unreinen Gefühlen hin;aber da war es wieder die stoische Moral Senecas, diesich seinem Hange zur Wollust entgegenstellte und ihn aufsittlich reiner Höhe erhielt. Doch seine Freude am Kloster-leben war vorüber, er sehnte sich in Kreise, wo er derMenschheit besser dienen könne und wo sein Geist edlereNahrung fände.

4. Kapitel.

Maurerische Vorarbeiten in der innern Loge.

Anfang September wurde Feßler in das Kloster Groß-wardein zur Erlernung der scholastischen Philosophie ver-setzt. Obgleich der dortige Lector, P. Amadeus, seinemFache nicht recht gewachsen war, so. brachte es Feßlerdoch durch seine eigne Anstrengung bald zu einer gewissenFertigkeit im Disputiren, und sein Geist nahm zu an