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Flora herbei. So stahl er sich in das Herz des Biblio-thekars, und dieser gab ihm nun jedes verlangte Buch.Schon hier beginnt in der Seele Feßlers ein Charakter-zug ; nämlich der, die Menschen bei ihren Eigenthümlich-keiten, Schwächen, Fehlern, Tugenden richtig zu fassen,um sie dann nach Willen lenken zu können. Ruht aussolchem Betragen auch ein gewisser jesuitischer verwerflicherAnstrich, so wurde dasselbe doch nie verderbend für Feßler,weil ihm der Schutzgeist der Moral und das Andenken andie Menschenfreundlichkeit seiner lieben Mutter von jedergemeinen boshaften That zurück hielten. Er studirte jetztaufs Neue unermüdlich. Unter vielen Büchern, die er las,rührte und fesselte ihn am meisten des Constantinus vonBarbanson: „Geheime Wege der göttlichen Liebe." Alser seine Seele mit allerhand Bildern aus den Märtyrer-thum der Kirche überfüllt hatte, als seine Begierde, auchMärtyrer zu werden, von Neuem ihn entflammte, und erin seinem frommen Wahn durch allerhand Ucbungen inder Enthaltsamkeit sich schon auf seinen gewünschten Berufvorbereitete, da ging ihm wieder ein neuer wohlthätigerLichtstrahl auf. Der Freiherr Podmanitzky, obgleich refor-rnirter Confession, interessirte sich für ihn, und lieh ihmeinige Bücher, die er ihm zum aufmerksamen Studiumempfahl. Es waren Fleury's Abhandlungen über dieKirchengeschichte, des Muratorius Abhandlung über wahreAndacht, und desselben Tractat von der Mäßigung undDenkart in Religionssachen. Feßler verschlang diese Bücher,und nach dem dreimaligen Durchlesen derselben» entspannsich ein heftiger Kampf in seinem Innern, ein Kampfzwischen Licht und Finsterniß. Er hatte bis jetzt für dasMönchsleben geschwärmt; diese Bücher zeigten es ihm in