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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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mus übergab ihm im vierten Monat seines KlosterlebensSenecas philosophische Werke mit den Worten:Lernevon den Heiden christliche Demuth, Abtödtung der Sinn-lichkeit und Resignation!" Die Lectüre dieser Schriftenregte ihn kräftig an, und es ging ihm ein Stern auf,dessen Strahlen tief in sein Herz hineindrangen. Er fühltejetzt erst, daß es außer der Mystik noch eine Moral gebe,durch die man allein schon ein Weiser werden und Glückund Frieden erlangen könne. Zwar schwanden die Nebelseiner Mystik nicht gleich; ja, er suchte dieselbe noch frischin sich zu erhalten durch den Gedanken, daß selbst Senecaeinen Anstrich davon habe.

Von seiner Umgebung ahnte Wohl nur ein Einziger,was in seiner Seele vorging, es war der Pater Peregrinus.Obgleich er sich aber der Bestätigung Feßlers widersetztemit den Worten:Frater Jnnocentius wird dem Ordenin der Folge manche Trübsal zuziehen!" so ward der-selbe doch am 9. Juli nach einem abgelegten feierlichemGelübde festes Mitglied des Ordens. Die Freude darüberkonnte nur seine Mutter noch haben; der Vater war be-reits von der Welt geschieden. Bald darauf wurde derjunge Mönch in das Kloster Bosnjiö versetzt. Es lagungemein romantisch; hatte schöne Gärten, Weinbergeund Lustwälder und wurde von einer großen Menge Wall-fahrer besucht. Das Liebste war dem Neneingetretenen dieschöne Bibliothek des Klosters, die er sogleich fleißig benutzte.Der Bibliothekar, Pater Leonides, warein alter gelehrter,gefälliger Mann. Feßler hatte bald seine Eigenthümlich-keiten entdeckt, die namentlich in Blumenliebhabern be-standen; er zeigte lebhaftes Interesse dafür und trug demAlten täglich das nöthige Wasser zum Begießen seiner