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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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Nissen und sorgte dafür, daß er die verdiente Auszeichnungerhielt. Von nun an arbeitete sich der Geist des strebendenKnabens schnell empor und zwar nach zwei Seiten hin,nach der wissenschaftlichen und religiösen. Die wissen-schaftliche Richtung wurde begünstigt durch seinen bravenHauslehrer, durch liebe und fleißige Mitschüler, deren Um-gang er erst jetzt genießen durfte, und durch die Fürsorge,welche ihm mehrere geistliche Freunde widmeten. Sein Idealwar, ein tüchtiger Gottesgelehrter zu werden, der seinerKirche als sichre Stütze dienen könnte. Die religiöse Seite,welche fort und fort nicht nur durch die Schwärmerei derfrommen Mutter, durch die gewissenhafte Anleitung seinesLehrers, sondern auch durch das Lesen heiliger Bücher, durchdie frömmelnden 'Schuleinrichtnngen, (selbst die Spiele warenkirchlicher Art) und durch die heuchlerische Art, mit welcherdie Jesuiten an dem Herzen seiner Mutter arbeiteten, un-natürlich genährt und fast überspannt worden war, hätte ihnbald zu einen finstern Fanatiker gemacht. Wenigstens sprichtder Umstand dafür, daß er durch die Einflüsterungen derJesuiten irre geleitet, eine gewisse Abneigung vor den Luthe-ranern hatte, und seinem Herzen einstmals dadurch Lustmachte, daß er die Teller, Messer, Löffel der lutherischenGäste, welche seine Mutter bei sich hatte, mit einemColoquintcn-Apfel gründlich einrieb, um die Speisen zuverbittern. Aber dieses Experiment ward von der ver-ständigen Mutter mit so tiefen Büßungen belohnt, daßder junge Schwärmer sich schämte und Duldsamkeit lernte.Dieselbe mütterliche Hand, welche den Knaben das Kreuzanheftete, pflanzte auch schon die Rose der Freimaurereiin sein kindliches Herz, ohne daß sie es ahnte und wußte.1770 gab sie ihren Sohn aufs Neue aus dem Hause und

Pilz, Maurerische Blüthen. 9