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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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geisterung, in der sie sprach, machten mir diese Stundenunvergeßlich. Auf mein dringendes Verlangen und zumeiner kindlichsten Freude wiederholte sie mit mir jedenSonntag diese Feier und gab mir, doch nicht anders alsauf den Knieen, nach und nach die ganzen EvangelieenLucä und Johannis, die Geschichte Josephs, einige Psalmen,die Sprüche Salomonis, das Buch der Weisheit, denJesus Sirach, das Buch Tobiä und die Bücher der Mac-cabäer." So schloß die erste Blüthenzeit des Lebens fürunfern Feßler mit einer Handlung, die er zwar nichtfassen und verstehen konnte, deren Heiligkeit und Weiheihm aber durch die andächtige Mutter nahe geführt undins Gefühl eingehaucht wurde. In der Stille ausgezogen,voll Lust zum Lernen und mit reichen Talenten begabt,machte er schöne Hoffnungen rege, und der zweite Schrittfeines Leben wird uns zeigen, daß sic nicht vergeblich waren.

2. Kapitel.

Erwachen des Geistes.

Im Jahre 1764 verließen Feßlers Eltern ihre bis-herige Heimath und kamen nach Raab. Dort trat seinVater bei den Weihbischof Gaun in Dienste, welcher ver-sprach, sich des kleinen Sohnes in jeder Weise anzunehmen.Er hielt auch Wort und hatte den hoffnungsvollen Knabennicht nur gern bei sich, sondern führte ihn auch bei andernhochgestellten Männern ein. Nachdem Feßler in dem elter-lichen Hause lateinischen Unterricht von einem jungenManne erhalten hatte, der nur lateinisch mit ihm reden