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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Entstehung
Seite
123
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Sechshunderten rasch abgeurtheilt und verworfen; darumselig, wer sich an ihm nicht ärgert." Der Mann heißtFeßler. Wenn ich es unternehme, das Gemälde seinesLebens aufzurollen, so leidet mich dabei nicht etwa einkleinlicher Spähergeist; auch nicht der stolze Wahn, daßes ein Leichtes sei, über einen Verstorbenen, der sichallerdings nicht mehr vertheidigen kann, den Stab znbrechen, oder ihn auf den Thron der Heilichkeit zu setzen:mich leidet die Liebe zu ihm als Bruder und die Liebezur Maurerei.Meinen Freunden," sagt er selbst,wirddie Liebe sagen, daß ich nicht lüge, und auch nur dieLiebe in ihnen wird mir glauben." Und so mit Liebe undVertrauen will ich die Schritte Deiner irdischen Wallfahrtnoch einmal prüfen, Du Heimgegangener Bruder Feßler,dessen Geist vor Gott steht und die Wahrheit ßchaut.Wo Deine Schritte fest und sicher waren, da sollst Duuns ein Wecker und Mahner sein; wo Du gestraucheltbist, da wollen wir ans eigne Herz schlagen und uns durchDein Schicksal warnen lassen; immer aber wollen wir zudenen gehören, die den Staub der Verläumdung und Ge-hässigkeit von Deinem Bilde zu tilgen suchen, und Dirin allen Fällen ein liebendes Andenken bewahren!

1. Kapitel.

Die ersten Lebenstage.

Feßler ward geboren 1756 den 18. Mai zu Czuren-dorf in Niedcrungarn. Sein Vater, Johann Georg Feßler,war daselbst Pachter des herrschaftlichen Gasthofes. Die