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alle Bitten. Er spricht, er selbst müsse sorgen sür mich,da ich irren wolle. Und was muß Alles geschehen sein,um Dich ihm unlieb oder gar verhaßt zu machen. Neulichsteckte er ein Briefchen zu sich, und sprach wie halb ent-rüstet: Auch das noch!"
„Sei ohne Sorgen, mein Lieb; und sollten sich auchtausend böse Geister wider uns verschwören, wir werdensiegen, wenn wir treu vereint bleiben; denn was der ewigeGeist der Liebe schuf, das reißt keine finstre Gewalt derErde auseinander."
„Ach ich weiß es wohl, daß ich nicht verzagen darf,sonst würde ich keine Schwester mehr sein," sagte dieBraut mit einem Anflug von stillseligem Lächeln. „Duhast mir immer gesagt: Freimaurer klagen, trauern nicht.Freimaurer sind groß im Dulden, im stillen Harren undHoffen, weil die Weisheit ihren Blick schärft und dieLiebe ihr Herz stärkt."
„Hast Du wieder Uebles erfahren?"
„Genug, genug. Du glaubst nicht, wie mirs schreck-lich ist, immer und immer gegen das Drängen meinesVaters zu kämpfen; kaum hält mein Herz es ferner aus.Und wie entsetzlich sind mir die Besuche Schleichers. AchHermann,, ich bin schon manchmal auf böse Gedanken ge-kommen, schilt mich recht aus!"
Ehrenberg erschrack und antwortete:
„Wie kann ich schelten, wo mir das Herz bebt!" Estrat einen Augenblick Stille ein. Dann fuhr Ehrenbergfort: „Wenn alle Bitten, alle herzlichen Bemühungennicht helfen, nun dann schreiten wir zum Aeußersten."Beide sprachen nun äußerst leise und sahen sich dabei öftersum, ob Jemand sie belauschte. „Nein, das kann ich