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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Entstehung
Seite
87
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mauer sich erhob und mehr einer Laube ähnlich sah, alseiner Todtenstätte. Neben ihm stand ein großer Trauer-weidenbaum, dessen lange Zweige fast bis auf die Erdehingen und unter welchen sich eine kleine Rasenbank be-fand. Das Grab selbst war wie mit Blumen übergossen.Clara blieb einen Augenblick stehen, und es schien, als obsie beten wollte; aber plötzlich setzte sie sich auf die Grabes-bank und barg ihr Gesicht in den Händen. Sie weinte.Wohl konnte sie sich eine Viertelstunde ihrem Schmerzeüberlassen haben, als leise ein Mann über die Gräberdaher kam und auf Clara zueilte. Es war Ehrenberg.Clara stand auf und eilte ihm entgegen. Mit eineminnigen Kusse grüßten sich Beide. „Aber Du hast wiedergeweint, meine Theure!" sprach besorgt Ehrenberg.

„ Ich gedachte," erwiederte Clara, „ an meine Mutter,die hier unten schläft. Mein Gott, was würde die sagen,wenn sie meinen Kummer wüßte; wie würde sie mit mirfühlen und sich meiner annehmen. Manches Mal, wennsie mich auf dem Schooß hatte und mich schaukelte undmit mir schäkerte, träumte sie schon von späten Tagen:sie sah mich als Braut und sich schon als glückliche seligeMutter. Du lieber Gott, wenn sie — aber nein ich willnicht jammern, ich darf es nicht an Deiner Seite. Achwie gut ists, daß Du gekommen bist!" Sie umschlangmit unendlicher Zärtlichkeit den Bräutigam, der sinnendauf die nahen Gräber schaute, und dann leise rief:

„Verzage nicht, mein gutes Herz, die Liebe hat imHimmel einen Freund, der ins Verborgne stehet und dieMenschenherzen wie Wasserbäche leitet."

„Ach das Herz meines Vaters ist wie Stein. Wiegütig war er immer gegen mich! Jetzt ist er taub gegen