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„Mir graut vor diesem Schleicher," fuhr das Mäd-chen erregt fort, „und ich glaube ganz gewiß, daß er derAnstifter des ganzen Zerwürfnisses ist zwischen Dir undmeinem Bräutigam."
„Wo denkst Du hin; er bedauerte ja ganz aufrichtig,daß man sich üble Dinge von Ehrenberg erzählt."
„Ja, ja; außen Bedauern, inwendig Freude."
„Jetzt sei still, Clara! Ich werde Schleicher morgenzu uns einladen, und wir werden mehr hören."
„Du wirst mich doch nicht zwingen zuzuhören?"
„Ich hoffe, Du wirst Dich als gehorsame Tochter nichtzwingen lassen."
„Nun was er auch immer erzählen möge, ich bewahremeine Treue; und heute noch schreibe ich an meinenBräutigam; wer weiß, was ich erfahren werde. Und wehedann dmen, die teuflisch unfern Bund zerstört haben!"
6. Kapitel.
Der Onkel.
In demselben Augenblicke, als Clara die letzten Worteüberlaut ausgerufen hatte, pochte es draußen an die Thüre.Clara öffnete, und es trat der Onkel Pfarrer Freudenbachein. „Oho," rief er, „hier gehts recht laut zu; undwenn ich nicht ganz irre, hörte ich einen Weheruf. Ueberwen schreit man denn Ach und Wehe?" Clara flog demOnkel an den Hals. „ Ach bester Onkel, nimm Dich meineran, und suche dem Vater seine Vorurtheile gegen die Frei-maurer zu nehmen. Mein Bräutigam ist Maurer, und