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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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könnte ich doch die Wunde nicht sogleich verschmerzen. Jaich würde ihn nur außerordentlich bedauern, und wenman so recht bedauert, den liebt man auch noch."

Verirre Dich nicht in Spitzfindigkeiten, meine Toch-ter! Deinen Worten zufolge müßte man den ärgsten Böse-wicht noch lieben, weil man ihn eben sehr bedauern muß."

So ists doch auch. Einen Funken von Liebe sollenwir selbst noch dem Verbrecher schenken. Doch laß unsabbrechen davon, Vater. Mein Hermann ist unschuldig,das sagt mir meine Ahnung; ein Herz, wie das seinige,kann nicht so plötzlich Umschlägen; ich habe zu tief inihm gelesen, als daß ich all dem Geschwätz glauben könnte.Du wirst schon sehen Vater, daß die Wahrheit noch anden Tag kommt, die Verleumder ihr Gericht finden, undmein Hermann rein und frei von jedem Flecken dastehenwird."

Und wenn das auch wäre, er ist und bleibt Frei-maurer. Das ist mir genug, ihn nicht als meinenSchwiegersohn haben zu wollen. Was sagst Du übrigenszu dem Beamten Schleicher? Ich dächte, er wäre einartiger und lieber Mann. Er hatte seine Eigenheiten;aber er ist gottesfürchtig und rechtlich, wie es scheint?"

Seine Freundlichkeit ist mir zu groß. Er kann einrechtlicher Mensch sein, aber in seiner Höflichkeit undFreundlichkeit liegt etwas, welches mich an die lachendenFarben einer Giftpflanze erinnert."

Ach das sind Vorurtheile, das sind Gefühle, die sichverlieren, wenn Ihr Euch näher kennen lernt."

Ich trage kein Verlangen, ihn näher kennen zu lernen."

Wenn ich aber wünsche daß Ihr Euch nähert?"

Guter Vater, Du weißt und hast es oft gesagt, das