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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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Ich glaube es wohl," antwortete die Braut, unddrückte die Hand ihres Geliebten,daß die Freimaurerkeine bösen Menschen sind, sonst könntest Du keiner sein.Aber sage mir setzt offen, was treibt Ihr in der Loge?"

Nur Liebes und Gutes, das glaube mir!"

Aber warum haltet Ihr alles geheim?"

Möchtest Du gern, mein Herz, die Briefe Andernzeigen, die Du mir geschrieben, und die ich Dir geschrieben?Gewiß nicht. Denn was ein liebend Herz dem andernweiht, das soll vom Geiste der profanen Welt nicht ange-haucht werden. Sieh, so halten auch wir das Alles unterSiegel, was wir thuu, um die brüderliche Liebe in derWelt frei und lebendig zu machen."

Mein Vater sagt, Ihr verleugnetet das Christenthum,ist denn das wahr?"

Meine theure Clara, wer kann sagen, ich bin einChristin der erhabnen und ganzen Bedeutung des Wortes?Es ist freilich nicht so schwer, sich den Namen einesChristen beizulegen und durch Lippendienst den Stifterzu verehren. Die Frömmler unsrer Zeit sind Mundchristen,aber keine Herzenschristen. Ein Christ soll ohne Falschsein wie die Tauben, aber die heutigen Menschen hinter-gehen einander und spielen sich die abscheulichsten Possen;ein Christ soll sanft sein, aber die Gläubigen unsrer Tagegefallen sich in Eifer und Streit; ein Christ soll heiterund lebensfroh sein, aber die Scheinchristen gefallen sichin Kopfhängen, in Augenverdrehen und in maaßloserEmpfindelei; ein Christ soll uneigennützig sein im Helfen,aber wie selten wollen die Menschen Opfer bringen; einChrist macht keine Unterschiede bei den Menschen unddient einem Jeden mit Freuden; die vermeintlichen Jünger