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Wir stehen hier unter dem Kreuze dessen, der seinenMördern vergab; setze Deinen Fuß nicht über diese Grenze,ehe Du im Herzen vollständig vergeben hast alles, wasDir einst wiederfuhr." „ Es ist geschehen, mein Theurer,"sprach der junge Mann. „Wir Maurer," fuhr der Arztfort, „kennen keine Rache, wir kennen und üben selbstder Schlechtigkeit gegenüber nur das Mitleid und das Be-dauern." Sie überschritten nun die Grenze und gingenweiter nach der Mitte des Dorfes zu, wo das Rittergutstand. Sie fanden dasselbe in sehr gutem Zustande, kauftenes, und gaben noch an diesem Tage dem alten Besitzereine ziemliche Summe als Aufgeld. Nach kurzer Zeit be-zog nun auch Friedrich Treuenberg sein Rittergut. Er-warb aus das schönste bewillkommnet von den Bewohnerndes Ortes und von dem alten Richter, der sogar eineEhrenpforte vor dem Dorfe hatte bauen lassen. Kaumaber war Treuenberg eine Zeitlang im Orte, so munkelteman auch wieder von allerhand Dingen. Der neue. Guts-besitzer war im Niederdorfe gewesen, hatte sich die Mühleangesehen, hatte sich das Haus des alten Müllers Traut-mann beschaut, war auf dem Kirchhofe an des Müllers
Grabe gewesen-genug, man sagte sich heimlich, der
neue Herr sei das Kind des alten Freimaurers. Unbe-kümmert um die Gerüchte reformirte der neue Herr ge-waltig. Der alte Richter starb, und wie man sagte, ausbloßem Aerger über die verloren gegangene Erbschaft, zudem nun noch der Verdacht gekommen war, daß der neueHerr das von ihm verstoßene Freimaurerkind sei. Anseine Stelle setzte Treuenberg seinen Pflegevater, derimmer noch sehr rüstig war und Erfahrungen aller Artsich gesammelt hatte. Die Pastorstelle wurde auch neu