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doch nicht zu uns genommen!" „Du redest wie die när-rischen Weiber reden," erwiderte der Mann; „die Aus-nahme dieses Kindes ist eine That der Liebe gewesen, undwer edle Thaten ausführen will, der muß auch Opfer zubringen wissen. Mögen sie mir die Stelle nehmen, meinHerz können sie mir doch nicht Herausreißen, es schlägtnach wie vor für dieses Kind, und mit Gottes Hülfewerden wir schon wieder aus dem Elend herauskommen."„Ach, lieber Gotthold," redete die Frau weiter und um-schlang ihren Mann, „gehe doch jetzt noch hinüber undbitte ihn um Verzeihung; er ist jetzt vielleicht ruhiger, hörtDich an und ihr söhnt euch wieder aus." „Das denkstDu, Weib, weil Du den Mann nicht kennst. Ich kenneihn in seiner ganzen Bitterkeit, und ich mag wahrhaftignicht der sein, der aus seinen Bitterkeiten Süßigkeitenzu machen versucht. Als ich das Kind zu mir nahm,da habe ich Gott und alle seine Engel gebeten, mir bei-zustehen und meine Arbeit zu segnen. Er wird mich auchnicht verlassen. Da nimm das Gesangbuch und stärkeDein Gottvertrauen." Bei diesen letzten Worten nahm eraus einem Wandschränkchen ein Buch und legte es seinerFrau hin. Sie schlug das Lied auf: „Wer nur denlieben Gott läßt walten!" wollte anfangen zu lesen, ließaber Plötzlich das Buch wieder sinken und erschrak. Espochte an die Thüre. Der Schulmeister öffnete und einBote trat herein. „ Seid Ihr der Schulmeister Gotthold?"fragte er. „Das bin ich," antwortete der Lehrer, „was
bringt Ihr?" „Ihr sollt künftigen Sonnabend in die
Stadt B. kommen, eines sehr wichtigen Geschäftes wegen."„Wer schickt Euch?" „Das weiß ich nicht; es war ein
Herr, welcher neulich durch die Stadt reiste, und da er