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Wieder herzte und liebkoste der Fremde das Kind undmachte sich dann eiligst auf den Weg. Als er unter derLinde war, rief er noch einmal zurück: „Sollte irgendetwas Vorkommen in Hinsicht des Kindes, so wendet Euchaugenblicklich an mich. Schreibt einen Brief, befördertihn nach dem Städtchen Burgheim und laßt ihn dort imGasthause abgeben. Mein Name, den Ihr aber sonsthübsch verschweigen mögt, ist I)r. Helfenstein." Der Lehrerversprach dem Wunsche nachzukommen und der Arzt ver-schwand.
7. Kapitel.
Die Entdeckung.
Es vergingen einige Jahre, und der kleine FriedrichTreuenberg war unter der Pflege des Schulmeisters garmunter herangewachsen. Er war bereits jetzt 7 Jahre altund zeugte nicht unbedeutende geistige Fähigkeiten. DasLesen war ihm sehr leicht geworden, er fand eine Freudedarin, und oft sah man ihn neben seinem Pflegevaterlesend unter der Linde sitzen. Da ging einstmals der geist-liche Herr des Ortes vorbei. Er war ein Mann vonohngefähr 50 Jahren, trug eine fein gepuderte Perückeund einen langen Zopf, der übrigens das schönste Shmbolseines Geistes war. Schon auf seinem Gesichte prägtesich das ächte Pfäfflein aus, dem man niemals wieder-sprechen, und welches man nur zu verehren hatte; dabeilag so etwas kaltes, starres in seinen Zügen, daß ihn dieZuhörer nicht gern ansahen, wenn er predigte. Ohnehinhielt er mehr Strafpredigten als Trostpredigten und er legte