Druckschrift 
Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

eben verkaufen lassen."Davon kann jetzt keine Redesein," erwiderte der Richter,dieser Bursche geht mituns in den Kretzscham, nimmt sein Packet mit und wasweiter wird, werden Wirsehen." Mißmnthig über diesenAuftritt vergaß der Richter, weiter nach dem Kinde zuforschen. Er fragte nur noch die Frau, ob sie weiter Nichtshabe von dem Verstorbenen? Sie erzählte nun, daß ernoch ein Medaillon an einem blauen Bande gehabt habe;dies sei ihm sehr theuer gewesen; und so habe man ihmdasselbe mit in den Sarg gelegt. Stumm und mürrisch gingder Richter aus dem Hause fort, wieder nach dem Kretz-scham, nach seiner Wohnung zu. Dort wurde der Land-streicher zuerst in den Stock gesetzt. Das war ein großerKlotz, welcher ein paar Löcher hatte, wo der Gefangenedie Beine hineinstccken mußte. Dann wurde er mit Kettenzusammen geschlossen. Am andern Tage sollte sein Ver-hör stattfinden, wozu auch die Frau geladen wurde, welchein des Müllers Hause wohnte. Die ganze Sache endigteaber damit, daß die Frau ihre Sachen wiederbekam, derTaugenichts noch einmal in seine Heimath zurück trans-portirt wurde.

4. Kapitel.

Gerüchte.

Diese Haussuchung hatte nun vollends das Ereignißmit dem Kinde überall hin verbreitet. Man verstreutedie sonderbarsten Gerüchte. Aber das Schlimmste wargewiß, daß man behauptete, der Gestorbene habe im Grabe