14
haben, so habt ihr's bei Gott zu verantworten, daß ihrnicht besser Acht auf dasselbe gegeben habt. Geld habtihr auch bereits bekommen zur Pflege, ihr mögt das wiederherausgeben." „ Macht mir einmal die Kammer hier auf,"fuhr er nach einer Weile fort. „Ich habe den Schlüsselverloren," rief die Frau ängstlich, „ich wollte schon vor-hin etwas herausholen, da merkte ich's, daß er weg war."„Leere Ausreden, macht aus!" Als der Richter dabeiein paar Mal mit seinem Stocke so auf die Dielen pochte,daß die Fensterscheiben klirrten, lief die Frau schnell undholte den Schlüssel. Der Richter schloß auf, und in demAugenblicke stieg ein Mensch zu dem Kammerfenster hinaus,der ein großes Packet bei sich hatte. Die Gerichtsleutestürmten hinaus und erwischten ihn glücklich. „Also DuGalgenschwengel bist wieder hier," begrüßte ihn der Richter;„dreimal habe ich Dich aus dem Dorfe schaffen lassen, aberDu wagst es immer wieder herein zu kommen. Was hast Duhier in Deinem Tuche? packe aus!" Zitternd und sichtlichverlegen stand der junge Taugenichts da und schien keineLust zu haben, seine Kleinodien, die er bei sich trug, aus-zukramen. Jetzt ergriff Einer der Gerichtsschöppen dasziemlich schwere Packet, trug es in das Haus, und dieAndern nahmen den Flüchtling beim Kragen und führtenihn mit herein. Das Tuch wurde auseinander geschlagenund was fand sich da? Eine Menge Kleidungsstückewaren darin, welche der verstorbene Müller getragen hatte,darunter auch ein Freimaurerschurz.
„Wie kommst Du zu diesen Sachen?" fragte derRichter, indem er einen drohenden Blick aus den Land-streicher warf. „Der Verstorbene hat mir die Sachengeschenkt," rief die Frau dazwischen, „und ich wollte sie