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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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man will gestern Abends einen Mann, etwas vermummt,im Niederdorfe gesehen haben, derselbe soll sich um desMüllers Hans geschlichen und immer wie auf der Lauergestanden haben."Jetzt kommt, ihr Leute!" rief derRichter, der in seiner Amtstracht ganz trötzerlich da standund sich in seiner Würde fühlte,wir werden bald sehen,wie sich die Sache mit dem Kinde verhält." Bedächtigund würdevoll schritt er nun mit seinen Gerichtsleuten dasDorf hinunter. Sie gingen zuerst in das Haus des Müllers,wo das Kind nach dem Tode des Vaters geblieben war.Der Müller war sehr schnell gestorben und hatte kaumetwas thun können, um seinem Kinde Pflege und Wohnungzu sichern. Da Niemand von den Verwandten es zu sichnehmen wollte, so nahmen sich die Leute, welche in dem-selben Hause wohnten, (sie hatten es dem Müller abgekauft,)des kleinen Heinrich an. Allein sie waren von ziemlichroher Gemüthsart, und schlugen den dreijährigen Knabenbei der geringsten Gelegenheit mehr als er verdiente. Daihr Gewissen also nicht ganz rein war, so erschraken sienicht wenig, als der Richter mit seinen Gerichtsschöppeneintrat. Obgleich er ziemlich freundlich sagte:Grüß euchGott, ihr Leute!" so konnte die Frau doch kaum antworten.Sie lief nur schnell nach einem hölzernen Schemmel, kehrteihn ab und brachte ihn dem Richter. Dieser setzte sichsofort, und seine Begleiter nahmen Platz auf einer langenBank am Ofen.Wir kommen," begann der Richterwieder,um nach des Müllers Kinde zu fragen."Dasist seit gestern fort," antwortete die Frau.Das wissenwir auch," erwiderte der Richter,aber wohin?"Dasweiß Gott," seufzte die Frau.Und noch Jemand, derdas Kind geholt hat. Sollte es ein Unglück genommen.