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Festspiel zur Schiller-Feier der Düsseldorfer Künstler-Gesellschaft 'Malkasten' am 12. Nov. 1859
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So lehret frommer Sang der Musen;

Begierden zwinget nur die Pflicht,

Die mit der Leidenschaft im BusenTen Drachenkampf der Ehre ficht.

Drei Güter erringet sie, inhaltschwer,

Was draußen das Leben entraube,

Vom innersten Borne ja quellen sie her,

Die Freiheit, die Tugend, der Glaube!

Und die Freundschaft auch ist ein edelstes Gut,

Die den Freund verbürgt vor Tyrannenwuth.

Ein Hort auch ist der fromme Sinn,

Der dienend folgt dem Herrn:

Er führet durch Gefahren hin,

Ein Schild und Leitestern;

Giebt edlen Herzen sein Gebot,

Der Liebe treu bis in den Tod;

Entbietet gar zu höchstem LohneDem Würdigsten die Herrscherkrone.

Dem Kaiser Heil! in des Reiches Macht,

Im alterthümlichen Rechte!

Er lenket den Frieden, er lenket die SchlachtZum Segen dem Menschengeschlechte.

Gern hat ihm der Sänger sein Lied geweiht;Doch in ordnungsloser, in schrecklicher Zeit,

Die den Richter entbehrt, den gestrengen,

Wo blind nur waltet der eiserne Speer,

Wo die Willkür tobt, ist kein Inhalt mehr,

Kein Stoff zu freud'gen Gesängen.

Doch wenn ein Volk, das fromm die Heerde weidet,Sich selbst genug, nicht fremden Guts begehrt.

Den Zwang abwirft, den es unwürdig leidet.

Doch selbst im Zorn die Menschlichkeit noch ehrt;