Druckschrift 
Festspiel zur Schiller-Feier der Düsseldorfer Künstler-Gesellschaft 'Malkasten' am 12. Nov. 1859
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

" 11

Bezwingt, den großen Freund zur Seite,Sein Schicksal und die Neiderschaar,Denn aller Grazien GeleiteBeschirmt das Dioskurenpaar.

Schottlands Königin begeistertUns mit inniger Gewalt;

Leumund und Geschick bemeistertDiese rührende Gestalt.

Dann, wie der Kathedrale GlockenErschallt der Dichtung Feierpracht:

Die Jungfrau mit den dunklen LockenZieht in des Domes Dammernacht.

An ihrem eig'nen Volke rächetDer Sänger Galliens Wundermaid;Was sich der Spott an ihr erfrechetSühnt Deutschlands Dichterherrlichkeit.

Und mächtig tönt die Glocke nieder,Ein göttlichstes der Meisterlieder.

Da tritt das Fatum in die Scene,

Der alten Vorzeit starres Wort,

Es tobt der Eifersucht Hyäne,

Und sättigt sich an Brudermord.

Es sühnt verborgenes VerbrechenEin Eumeniden-Rächerchor;

Nur Glückes Gunst ist nicht zu rächen:Ihr Opfer wirft das Meer empor,

Das Meer, in dessen heil'ge TiefenKein Menschenange lebend strahlt.

Das nicht der Wunder, die da schliefen,Geheimnis; mit dem Tode zahlt.