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Festspiel zur Schiller-Feier der Düsseldorfer Künstler-Gesellschaft 'Malkasten' am 12. Nov. 1859
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Gemach im Niedergange des Jahrhunderts.

Die zweite Flamme, bleicher, ferner schon!

Den Halbgedanken, den ein Mönch gewagt,

Ergreift die Wissenschaft, die freie Forschung,

Und führt ihn bis zum Schwindelpunkt des Zweifels.Allmählig fremder theilt sich Süd und Nord:

Da Traumgenuß, hier Handlung und Gedanke.

Wie? Brandenburg in Preußens Königsreif?

Aus seinem Stamm, ein höchster Held im NordenErfüllt mit seinem Ruhm dies Säculum!

Dann wilde Zeiten! Welch' ein Blutgeschrei!

Wie der Gedanke rüttelt an den Thronen!

Freiheit und Gleichheit, unbekannter Klang!Rings um den Erdball, ein entfesselt Rad,

Schier ein Jahrhundert lang, rollt die Empörung!

Bald straft die Welt ein Kaiser Galliens!-

Doch sieh', da strahlt an des Jahrhunderts NeigeMein Seelenstern! O tröstlich milder Schein!

Der Künstler naht mit seinem Palmenzweige,

Und langem Streit entringt sich das Gedeih'n.Allfriede dämmert: über großen TobtenAufleuchtet eine Zeit der Göttergunst;

Die sendet hell'rer Zukunft Feierboten,

Und deine Söhne sind es heil'ge Kunst!

Wer ist's vor Allen, der Versöhnung kündet.

Der neuen Zeit Weltsegen immerdar?

Hat er als Größter Großen sich verbündet.

Ein Held des Worts, wie vor ihm Keiner war?Geleite mich, mein Stern: laß' ihn erstehen!

War's der Begabteste an Dichterbrunst?

Nein! größ're Künstler hat die Welt gesehen,

Doch einen rein'ren Priester nie die Kunst.

Denn der nur ist als Würdigster zu nennen.

Der seinen Genius dämonisch zwingt.