in Schuldsachen mündlich verklagt werden, zog
beschwerlichen Processe, der ihn zuletzt um alles dasSeinige brachte.
Seine Frau, die er ungefchr vor einem Jahre alsWitwe mit drey Kindern gehcyrathet hatte, war einevon den gesunden und freudigen Weibern, die immerfleißig arbeiten, und Gott danken, wenn sie Arbeit ha-ben. Sie wußte von keinem Unglück, außer daß sie ih-ren Mann verlohren hatte, und dieser Verlust war ihrdurch einen ebenso guten ersetzt, der sie ohne weitereUntersuchung ihres Vermögens so freudig genommen,wie er sie gefunden hatte. Beyde waren so vergnügt,wie immer Leute seyn können, die bcy redlicher Ar-beit ihr nothdürftiges Auskommen haben, als sie von ih-rem Procurator die Nachricht erhielten, daß sie zu Be-zahlung der fünfzig Thaler und doppelt so vieler Kostenverdammt wären. Wenige traurige Abende, die sie mithin und herdcnken, wie sie sich in diesem schrecklichen Falleretten wollten, zubrachren, waren verflossen, als auchschon die Pfändung cinlangte; und nun ward ihnen ihrBett, was sich die Frau in den sechs Jahren, die sie alsMagd gedienet, sauer erworben hatte, eine Kuh die ebenmelk geworden, und ein Schwein dessen vortrefliches Ge-devcn bisher der Stof ihrer täglichen Unterredung gewe-sen war, aus dem Hause genommen; ein Slück Löwend,womit sie ihre verschiedene Osterheuer bezahlen wollten,und worauf sie den ganzen Winter gesponnen und gear-beitet hatten, mußte mit fort; aus dem Hause gieng eSaufs Feld, wo zwey Morgen mit dem schönsten Roggen,und ein andrer mit Lein so schön wie ein gcichorncr grü-ner Samet, in die Pfändung genommen wurden. Um-sonst widersetzte sich hier der Frauen ihre Schwester, dieeben das Lein jätete, und durch ihr weißcsHemd die Auf-merksamkeit der vorübergehenden an sich zu ziehen be-mühet