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4 (1786) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
402
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Zv2 Sollten nicht Nebenwohner

handelt: so lange bleibt ihre gerühmte Justitz nur eineRuthe, womit der Allmächtige dieses Land züchtiger. Siekönnen dieses in der Stadt, wo der Bürger den Schutzseiner Obrigkeit, der er nach allen Umstanden bekanntist, mündlich anrufen und immer auf dem kürzesten Wegeauch mehrentheilS ohne alle Unkosten Hülfe haben kann»so nicht einsehen, wie wir cs auf dem Lande thun, woein jeder so bald er etwas zu klagen hat, oder verklagtwird, so gleich einige Meilen reisen muß, und keine Hülfeerlangen kann, ohne einen Advocaten und Procuratoranzunehmen. Hier hat man immer nur die Wahl, obman sich dem einen Unglück überlassen, oder dem andernentgegen gehen wolle. Ich kann Ihnen davon eine sehrtraurige Geschichte erzählen die sich hier in vorigem Jahrezugelragen hat, und leider oft zuträgt.

Ein gewisser Kaufmann, dem alle Eingesessene sei-nes Kirchspiels viel oder wenig schuldig sind, ward aufeinen Hcuermann böse, der ihm sein Linnen nicht wie ge-wöhnlich zum Verkauf gebracht, und die Kleidungsstückeso er gebrauchte, von einem andern genommen hatte.'Dieses müssen, im Vorbeygehen gesagt, alle die ihmein-mal schuldig sind, und weil sich das ganze Kirchspiel indiesem Falle befindet, alle ohne Ausnahme thun; denPreis setzt er in,beyden Fällen wie er will, und was erzu Buche schreibt das gilt von Rechtswegen. Sobald ward der Kaufmann die Abtrünnigkeit seines bishe-rigen Sclavcn nicht gewahr: so ließ er ihn auch wegenfünfzig Thaler, die er ihm laut seines Buches und derdarin enthaltenen wucherlichcn Abrechnung schuldig seynsollte, an das entfernteste Gericht fordern, nölhigte denMann, welcher die Schuld, die von seiner Frauen erstemMann hcrrühren sollte, nicht wahr glaubte, zu einem

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