2,8 lieber die Absteuer der Töchter
letzt ganz. Man langt also damit zu alten Zeiten nichtaus; und sotnuß man auf ein anders Mittel denken, umdie armen Mädgcn zu versorgen, und die jungen Bur-schen nickt in die Sclaverey ihrer Brüder und Verwand-ten zu jagen. Aber woher nimmt man dieses, in einerVerfassung, worin wie gesagt, keine Städte und Dör-fer geduldet, keine neue Wohnungen erbauet, und keineGelübde, angenommen wurden? wo alle BedienungenRcihclastcn waren, die von den Hofgesesscncn selbst ge-tragen wurden, w" man keine stehenden Armeen hatte,wo man von Krämern und Handwerkern nichts mehrwußte, als wir jetzt von Tyrolcrn und Italienern wissen,die mir Wettergläsern und Mausefallen zu uns kommen;und wo ci düch niemand von seinen Interessen leben konn-te, weil man kein Geld zu Zinsen hatte?
Ich gestehe gern, daß ich solches in dieser Verfas-sung «icht zu finden, und außer der von der Vorsehuntzso weislich begünstigten Völkerwandlung kein Mittel an-zugcbcu weiß. Es bleibt mir daher nichts übrig als die-Derfaffung selbst sich so nach und nach abändcrn zu las-sen, als es die Bedürfnisse so vieler jungen Leute, diedoch auch Heyrathen, und ihr Geschlecht in Ehren fort-pflanzen wollten, erfordert. Hiezu zeigen sich nun fol-gende Umstände in der Geschichte.
Der Kaystr vermehrte immer mehr und mehr seineDienstfolge; die Herzoge, Bischöfe, Grafen und Herrnthaten nach und nach ein gleiches, und hierin begab sichder vornehmste Uehcrschuß. Es entstanden Schutzgercch-tigkciten unter Kayscrn, Herzogen, Bischöfen, Grafenund Herrn, und in dieselben zog sich eine Pienge vonLeuten, welche sich mit Äcämcrey und Handwerk zu er-nähren suchte; aus denselben erwuchsen mit der Zeit
Städte,