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4 (1786) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
205
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von den Westfälischen Freygerichten. 2OZ

vor welchem man wo nicht in der That, doch wenigstensin der Theorie aller Hohen und Niedrigen in Deutschlandzu Rechte mächtig werden kann. So bald aber dieFrcy-grascn dieses wichtige Werk, obgleich wider ihre Absicht,zu Stande gebracht hatten, bedurfte man ihrer grausa-men Hülfe nicht weiter.

Uebrigcns war das Verfahren der Freygrafen ansich gar nicht unförmlich. Jeder Beklagter ward drey-mal, um auf die Klage zu antworten, und wenn er nichterschien, mithin in conrnmaciam gegen sich sprechen ließ,zum vierrenmal vorgciaden, um der Cxecution vorzubeu-gen. Das Unheil ward, so lange es ordentlich zugieng,von redlichen und ausgesuchten Männern gefallet, undsolchergestalt keiner ungchört verdammt. Was ihnen da-gegen aus Haß von den Terrirorialherrschaften, welchedie Kayserl. Commissarien nicht leiden konnten, aufge-bürdet ist, ist wahrscheinlich großenthcils übertrieben;und außer den vorgedachten Schöpfen des Königs Wen-zels, und denen welche von den Freyschöpfen aus frischerThar ertappt wurden, ein Fall, der vielleicht nie eilige-troffen ist, ist von ihnen vielleicht keiner von Grund angehangen worden.

Den Namen verbotener Gerichte führten die Frey-gerichte vhnstreitig daher, weil das Gericht der millorumunter dem blauen Himmel ein ungeboten, das Grillge-richt aber ein geboren Ding war, wovor keiner, als werdazu verbotet war (ein westphalischer Ausdruck für ciri-rcn) erschien. Da auch noch jetzt in einigen Ländern, alsz. E. im Oestcrrcichschen, der Rahm crcmvr Fahm ge-nannt wird, mithin Zahmen ebenso gut als Rahmenoder berahmert für citircn gebraucht seyn kann: so wirdKehmsing ein Name der den Grillgerichten der Kreygra-

» fei»