66 Also sollte man die Einimpflms
wegnimmt, wird durch jene aufgerieben, gerade als wenner allein bas Recht hätte nach seinem Kopfe zu handeln.
Zwar giebt es auch Mittel die Vornehmer« auf demBerte der Ehre sterben zu lassen; und die großen Herrnwerden schon dafür sorgen, daß es hiezu nicht an Gele-genheit mangle. Allein dadurch wird den Mädgen nichtgeholfen, sondern nur die Ungleichheit beyder Geschlech-ter wider die göttliche Ordnung vermehrt. Für diesewäre es also besser, wenn sie so wie bisher zur Hälfte inihren unschuldigen Kinderjahren, ehe sie wissen was esin der Welt giebt, von den Blattern weggeraft, undnicht durch jene grausame Vorsorge aufgesparet würden,achzigjährige Wärterinnen zu werden. Aber keine Zeitist so sehr in Widerspruch mit sich selbst gewesen als diejetzige. Sie arbeitet beständig an Stamm und Namen,und doch soll jeder Stamm von unendlichen Sprößlingenerschöpft werden. Sie treibt die Ueppigkeit bis zumhöchsten Grad, verzehrt was sie einnimmt, macht auchwohl Schulden dazu, und doch denkt sie an nichts alsrecht viele Erben zu erwecken. Sieklagt daß ihr die Kin-der täglich mehr kosten, und tadelt gleichwohl ihre Vor-fahren, welche in glücklichen Zeiten die Hälfte davon anden Blattern sterben ließen; sie murret gegen die Fürstenund will doch durch die Jnoculation eine Menge von Fürst,gen erhalten . . . doch wer kann alle die Widersprüchezählen, worinn sich der Mensch verwickelt? ich habe ihngesehen, wie er einen Dieb, der Morgen gehangen wer-den sollte, sich aber heute selbst erhenkt hakte, mit allernur erdenklichen Mühe wieder zum Leben zu bringensuchte, um ihn des andern Tages in forma aufknüpfenzu sehen. Und so verfahren auch unsre Aerzte, sie erhal-ten eine Menge von Leuten, die natürlicher Weise, weildie Welt zu voll werden wird, verhungern müssen. Kom-men