46 Wie ist die Drespe im meiischl. Geschleckte
und der Ackerbauer; alles übrige gehört zum Ab-fall, worauf man nicht viel rechnen mutz.
Und Sie als Dichter, wo Sie sich nicht bald, wie^ '-rger in Arkadien, eine Heerde anschaffen, fallengewiß unter die Spreu, wenn man den Abfall auf dieSchwi ge bringt, um noch das Hinterkorn oder die Dre-spe zu gewinnen. Nicht wahr? o! wenn man nur seineGröße kennt: so bekriegt einen der Schneider .... undauch seine eigne gute Meinung nicht. ,
Sie haben also gar keinen Beruf uns guten Mäd-gen, die wir so ein bisgen mehr Zeit als andre der Lek-türe schenken, und unfern Geist wie unfern Körper zuschmücken suchen, vorzuwerfen, daß wir die ganze Öko-nomie der Natur zerstörten; und ich dächte, wir handel-ten beyde am klügsten, wenn wir unseinander das Hand-werk nicht verschrien.
Aber sollte es denn würklich so ganz richtig scyn, daßdie Jäger, die Hirten und die Ackerbauer das reine Kornin der Welt ausmachten, und alles übrige zur Drespegehörte? Und sollte es auf den Fall, daß wir uns dieseJrokesische Eintheilung gefallen lassen müßten, nicht Mit-tel geben, auch noch die Drespe in Preiß zu bringen!Die Italiener warfen lange die abgewundenen Hüllen derSeibenwürmer in den Mist, bis sie endlich lernten Blu-men daraus zu machen; und wir Deutschen schufen aucheinmal , denn Schöpfer sind wir doch immer gewesen, ari-den sonst weggespülten Schuppen der Bärsche etwas daseine Blume heißen sollte; was dünkt ihnen also, wennwir auch noch so etwas aus der Drespe oder der Spreumachten, wenn ich Sie zum Epempel als eine Hülse ineine Rose verwandelte, und dieser ein Plätzgen aus mei-ner Haube, oder an einem andern Orte, wo Sie vicl-leichtlieber verblühcten, einräumete; würden Sie cs
wohl