i8 Von der Nalionalerziehung rc.
Casar tournirte, ihm damit die Zufuhr abschnitt, daraufein Haupttreffen vermied, sodann die Römer, denen erin der Zahl leichter Truppen überlegen war, mit Schar-mützeln aufzureiben suchte, in der Schlacht selbst ihnendurch eine der schnellcsten Wendungen ihre ganze Artil-lerie unbrauchbar machte, und ihren linken Flügel beymersten Angrif über den Haufen warf.
Dieses alles setzt eine Erziehung von ganz andrerArt voraus, als man sich insgemein von Barbaren ein-bildet; und man kann dreist annehmen, daß es nichtblos wilde Tapferkeit, sondern eine wahre eigne, durchdie Erziehung gebildete Kriegeskunst gewesen, welchedie deutsche Nation den Römern erst fürchterlich, her-nach ehrwürdig und zuletzt werth gemacht hat. DieRömer sprechen von allen Nationen ausser der deutschenmit Geringschätzung.
Nur muß man, wie bisher zu wenig geschehen,die Erziehung im Gefolge, von der gemeinen Erziehung,oder den gezogenen Soldaten von dem Bauern unter-scheiden. Jene Erziehung war blos im Gefolge, dasheißt in der damaligen regulaircn Militz; doch nehmeich die Sueven aus, als bey welchen auch der Bauerenregimentirt, und in seiner Maaße geübt war. Vondiesen sagten die übrigen deutschen Völker * **) ), daß ihnenauch die Götter selbst nicht widerstehen könnten; so stark,so einzig war ihre kriegerische Verfassung. Und wahr-lich eine Verfassung, zu deren Begründung man daskandeigenthum aufgehoben hatte, mußte von ganz be-sondrer Art seyn
*) C»cs. ». 0. I.. VI.
**) c->-r. lic «. «r. VI. 7.
IV.