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Ein Kleeblatt : mit 8 Bildern
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so konnte man sicher darauf rechnen, daß Paul jeden freien Augenblick bei ihnenzubrachte und anstrich und kleisterte, was eben nicht nöthig war. Dann hatte dieTante viel zu thun, um ihn an seine Arbeiten für die Schule zu bringen.Ichwill kein Gelehrter werden!" rief er dann unwillig,ich will ein Handwerker wer-den!"Paul! Paul!" rief die Tante unwillig,Handwerk hat zwar einengoldenen Boden, aber nur durch angestrengten Fleiß kommt man auf diesen Boden,und dieser Fleiß fehlt Dir. Uebrigens bist Du auch nicht für den Handwerkerstandbestimmt, darum geschwind zu den Büchern!" Ebenso ging es, wenn im Frühjahrder Gärtner den Blumengarten zurecht machte; da wollte Paul immer helfen.Ach,könnte ich doch ein Gärtner werden!" rief er aus,welch ein angenehmes Leben!Dann brauchte ich auch keine Vocabeln zu lernen." Die Tante wartete auf einegünstige Gelegenheit. Nach einer sehr kalten Nacht, wo es stark gereift hatte, führtesie ihren Liebling in den Garten. Der brave Gärtner schlich schon betrübt in dem-selben umher.Was ist, Gärtner Thomas?" fragte die Tante.Ach, gnädigesFräulein," entgegnete der Gärtner,sehen Sie nicht, daß in der einen Nacht fastalle unsere Lieblinge vernichtet sind?"Ja freilich!" sagte die Tante;es istnicht Alles Freude, was die Gärtnerei mit sich bringt." Und dabei sah sie ihrenPaul an, der ebenfalls ein sehr betrübtes Gesicht machte.

Ein ganz besonderes Ereigniß sollte indessen die Lehre der Tante erst rechtklar machen. Vor ein paar Jahren hatte im Hause Reinhards eine recht braveMagd gedient. Margarethe war fleißig und treu und wurde deshalb auch vonihrer Herrschaft gut gehalten. Dieses Mädchen verheirathete sich mit dem Gerichts-boten Wacker, der seinen Dienst ebenfalls sehr treu besorgte und namentlich anHerrn Reinhard einen Gönner hatte. Leider wurde der Gerichtsbote von dem Aus-wanderungsfieber angesteckt; er verzichtete auf seinen Dienst, um mit Weib undKindern nach Amerika auszuwandern. Reinhard sowohl wie seine Frau ließen esnicht an ernstlichen Vorstellungen fehlen.Eine sichere Existenz verkästen, um eineunsichere sich zu gründen, ist sehr gefährlich!" So hatte der brave Richter zuletztgesprochen. Doch aller gute Rath half nichts.

Paul hatte um diese ZeitReise- und Jagdabenteuer in Amerika"gelesen und wäre für sein Leben gern sogleich mitgereist. Der Papa aber belehrteihn eines Bestem und verwies ihn auf seine Bücher.

Es mochten etwa drei Jahre vergangen sein, seit Margarethe mit ihremManne ausgewandert war, als Frau Reinhard eines Tages mit ihren Kinderneinen Spaziergang vor das Thor machte. Wer beschreibt ihr Erstaunen und ihrenSchmerz, als sie am Wege ihre ehemalige Magd mit ihrem Manne und den Kindern

Sin Kleeblatt.

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