Z8r Gedanken über den Stillestand rc.
Indessen bleibt doch auch wiederum gewiß, daß wennnicht die strengsten Executiones geschehen, die liederlichenWirthe nie zur Ordnung zu bringen sind, und gar kein Cre-dit, der doch unentbehrlich ist, zu erhalten steht. Urber-Haupt scheint der Mensch dazu gebohrrn zu fern, um unterder Zucht zu leben Den Vornehmen peitscht die Ehre oderdie erschreckliche fürstliche Gnade mit Scorpionen zur Scla-venarbeit; der Soldat würde ohne Zucht ein Fluch desmenschlichen Geschlechts seyn; und wie sollte denn der voneiner nahen und strengen Aufsicht in der jetzigen Verfassungberaubte Landmann in Ordnung erhalten werden, wennnicht entweder Noch, oder Geiz, öderem pfändender Rich-ter ihn dazu nothigten?
Bey dem allen lernt man aber nur so viel, daß das Uebelgewiß, die Arzney aber unbekannt ist; besonders bey uns,wo >eder Bauer wenigstens unter vier Gerichtsbarkeiten zu-gleich steht, und seines natürlichen Stivestandrs nie gemes-sen kann, weil alle rier Richter, wenn auch jeder von ihnendas billigste Maaß gebraucht, und die Exemtion nach demErtrag des Hofes emschränkt, ihm dennoch zusammen das-jenige vierfach abnehmen, was er nur einmal zu bezahlenim Stande ist.
In den benachbarten Ländern muß ein leibeigner Schuld-ner jährlich gewisse Scheffelsaat bestellen Diese werden un-ter die G äubiger meistbietend versteigert; wer am ersten be-zahlt seyn will, giebt dos mehrste dafür. Dies scheintmir noch das beste Palliativmittelzu seyn.
Ende des dritten TheilS.