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3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
300
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Aso Der Bauerhof,

einen fruchtbaren Begriff von der Knechtschaft geben sollen*;sie schwanken wenn sie uns den Ursprung derselben erklärenwollen, und kommen nm aller ihrer Gelehrsamkeit in die-se-» Stücke nur selten zu genauen und bestimmten Folge-rungen. So bald nimmt man aber nur erst an, daß derKnecht ein Mensch im Staate ohne Acne sry: so zeigtsich die Knechtschaft in einem ganz neuem Lichte; man stehtgleich, warum der Knecht so wenig die Vortheile als dieLasten eines Bürgers habe; warum er so wenig zur Lan-desvertheidigung dienen, als zu Ehren gelangen könne, ober gleich alle christlichen und moralischen Tugenden im höch-sten Grad besitzt; man erkennet, daß die Knechtschaft ebenso wenig gegen die Religion sey, als es gegen die Religionlst, kein Mitglied der vstindischen Compagnie zu seyn; manschließt, daß das Bürgerrecht so wenig als das Kirchenrcchtdie Befugnisse der Menschheit aufhcbe; daß der Knecht ohneeuren besonderen Vertrag nichts weiter zu fordern habe, alswas man ihm nach dem Rechte der Menschheit, und inden spätem Zeiten, nach der christlichen Liebe schuldig ist»und daß die grosse Linie, welche den Bürger von dem Men-schen, oder den Accionisten von demsenigcn der keine Actieim Staate besitzt, trennet, zu einer vollständigen undbrauchbaren Theorie unumgänglich nothwendig sey.

Zu unfern Zeiten haben wir schon eine Dämmerung inder Rechtsgelehrsamkeit, welche uns bald einen bessern Tagverkündiget. Man fängt nemlich an, das Sachenrechteher als das Personenrecht vorzutragcn. Allein es ist nochzur Zeit blos ein dunkeles Gefühl der Wahrheit. Dennnoch keiner hac die Sache unter dem Begriffe der Actie vor-gestellet; ich muß mich hier wieder durch ein Beyspies er-klären. Ein Mann der z E- tausend Thaler besitzt, unddavon die Hälfte zu einer Compagniehandlung einschicßt,besitzt nur fünfhundert Thaler als Actie, und die übrigen

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