262 Gedanken
„da sie auf Rechnung gebessert werden, verzehren entweder„die Heuergelder oder fallen in wenigen Jahren zusammen;„und durch die vielen einzelnen Ausheurungen werden un,„sie eignen Gründe zuletzt selbst herunter sinken.
„Mit dem Adel ist es nun leider einmal so weit gekom,„men, daß er seine Ehre im Dienste suchen muß. Man„will heut zu Tage keine Edelleute mehr, die ihren Haus,„halt führen und selbst auf den Acker gehen sollen. Es„geht auch hier im Stifte gar nicht mehr an, nachdem wir„unsre Gründe so hoch als möglich verheuert, unscrn Staat„darnach eingerichtet, und die Erbtheile unsrer Brüder und„Geschwister darnach bestimmet haben. Wir würden dies«„und andre unsre hierauf gemachte Schulden nicht vcrzin,„sen können, wenn wir unfern Acker selbst unternehmen soll,„ten. Denn dabcy kömmt für uns, die wir kein Auge,„keine Hand und keinen Fuß mehr dazu haben, nichts her,„aus als Schade. Wir müssen also durchaus darauf den,„ken, die Heuer unsrer Aeckcr und Wiesen nicht sinken zu„lassen; und dies werden wir wahrlich nicht verhindern, wo„man nicht endlich der Verheurung unsrer mit Leibeignen„besetzte» Höfe ein vernünftiges Ael setzen, und wenigstens„deren Verheuerung an einzelne schlechterdings verbieten„wird.
„Dies kann aber nicht besser geschehen, schließen sie, als„wenn wir den Gläubigern des Leibeignen erlauben, gegen„ihren Schuldner eben so als gegen einen freyen Mann zu„verfahren, und seinen Hof an einen andern verkaufen zu„lassen, so bald er nicht bezahlen kann. Wir können uns„io pro Cent zum Weinkaufe von dem neuen Käufer be,„dingen, und denn mögen die Gläubiger unsere Hofe so oft„subhastiren lassen als es ihnen gefällt, wenn wir nur un,„sie Pächte und Dienste behalten. Verfährt man doch mit
„den