243 Wie ein Vater seinen Sohn
«bete, zankten sich treflich und sprachen, eine Katze, welchesich täglich ihre Maus hole, sey besser als zehen andre, diesolches nicht thäten; diese wären blosse Heuchlerinnen undSchmeichlerinnen, und bisweilen noch dazu sehr falsch.Aber der König befahl seiner Katze täglich eine gebrateneLaube zu geben. Des war sie sehr froh, und lachte überdie Katzen und über die Weisen, welche ihr für die gebratenrien Lauben rauhe Mäuse geben wollten.
Uno die Dirnen, welche auf die neue Art erzogen waren,kamen auch an Hof, und hatten breite Füsse, und hoheLeiber. Und die Weisen bewiesen es dem Könige klar, daßman den Kindern, ehe und bevor sie völlig ausgewachsenwären, keine Schuh anziehen dürfe, so daß es auch keinerwagte rin Wort dagegen zu sagen. Tausend und aber tau-fend wären gefallen, und hätten sich lden Hals zerbrochen,tlos weil sie nicht recht fest gestanden hätten Und die Wei-sen zeigten eben so klar, daß nichts gefährlicher sey, als denLeib einzufchnüren, und das mit so vielen Gründen, daß eslangweilig «erde» würde, sie alle zu erzählen. Und denDirnen platzten die Schuhe, welche ihnen der Hofschusiecgemacht hatte, von den Füssen, und ihre dicken Leiber gefie-len dem Könige nicht. Da das die Dirnen merkten, woll-ten sie ihm baß gefallen, und herzten ihn recht kräftig Aberdem Herrn König war das nicht immer gelegen, er wollteviel jagen und wenig schiessen. Und daraus waren die Dir-nen nicht abgerichtet; sie hiessen das eitel Verstellung undliebten die Wahrheit.
Und es begab sich daß der König cinsmahls jagte in-er grossen Senne, und die Jäger sahen ein Thier laufen,das glich einem Affen und schien doch kein Affe zu seymund das lief nicht allein auf der Erden, sondern auch aufdie Bäume, und setzte dnrch die Ströme, so baßes wederder König, noch die Jäger, noch die Hunde einholen konnten.
End-