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3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
83
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den Vorzug vor dem Inquismonöproceß. 8z

vollständig beweisen solle; und dieses wird auch von demAnwalde erfordert, den die Obrigkeit ei»em armen gerin-gen Kläger leibet. Je mehr Geld die Obrigkeit anwendcnkann, desto leichter kann sie auch den Beweis anschaffcn;aber sie muß so wenig als ein anderer Klager auftreten undbitten können, daß der Richter, in Ermangelung eines voll-ständigen Beweises, den Beklagten ein klein bisgen peini-gen lassen solle. Nicht wahr, sie würden eine solche unter-rhauigste rechtliche Bitte in dem Munde eines Klagers sehrlächerlich finden? Und wenn sie das thnn, wie ich ihnenhiemit wohlmeinend rathe, verschlagt es denn nichts, daßman das Klagen fast überall, ausser in England, abschafsk,und der Obrigkeit znmukhek, jedes Verbrechen sofort aufblosse Anzeige zn untersuchen? Es ist bey meiner Treu einewunderliche Forderung eben diese Untersuchung! da soll dieObrigkeit ans die Gründe vor und wider den Angeklagtenmit gleicher Unparlheylichkeit herabsehen, mit den scharf-sichtigsten Augen hier alles mögliche, was nur irgend zuseiner Entschuldigung dienen kan», dort alles, was ihm zurLast fallt, aufsnchen; und wenn die Nothznchk sich in einegemeine Hurerey, der Straßenraub in ein Spoüum, derDiebstal in eine Veruntreuung, und die Schlagercy in einewohlverdiente Züchtigung verwandelt, die Kosten von je-der Thorheit stehen. Der Angeklagte soll, wenn er nichtüberführet wird, bei) der Entschuldigung, daß man Amts-halber gegen ihn verfahren habe, Schimpf und Schadenverschmerzen; oder wenn man alle scheinbare Umstande wi-der ihn'aufgctrieben, Nermulhuugen auf Vermuthungcngehäuft, und die sogenannte» Anzeigen nach einem nochunerfuitdenen Maaßstabe berechnet hat, sich mit dein Eydeoder wohl gar mit der Marter reinigen; der Angeber sollungesehn hinter dem Vorhänge laurcn, und ohne den Be-,ve>ß vollführt zu haben, sich hinter das obrigkeitliche Amt§ 2 ver-