ohneGewissensscrupel folgen. 5
Aber, fiel ich ihm hier in die Rede, wozu dieser feyer-liche Ernst, Sie wissen ja, daß es nur von Ihnen abhangt,ob ich in einer Carrete oder in einer Carosse fahren soll'!..Diese Antwort schien ihn zu verdrießen. Denn er drehetesich mit einer stolzen Mine um, und sagte, indem er vonmir gieng, ich mögte es besser überlegen, seine und meineEbre, die Wohlfart unser Kinder, und unsre ganze zeitli-che Glückseligkeit hienge von der künftigen Einrichtung ab.Ich wollte antworten, aber er war schon fort, und ich mei-nen Betrachtungen überlassen.
Zn diesem Zustande schrieb ich Ihnen, meine Beste;und nun werden Sie leicht errathen, warum ich letzthin sol-che melancholische Grillen ansheckte; das schlimmste dabeyist , daß ich noch über dreytausend Tbaler heimliche Schul-den bade, wovon mein Mann nichts weiß; und daß dieKaufleuke in Lyon und Paris alle Posttage mich mit ihrenverzweifelten Rechnungen quälen, gerade als ob ich bis überdie Ohren im Gelds säße. Mein Mann ist ein derber kno-tiger und entschlossener Wirth, er hat mich lieb, aber nichtbis zur Thocheit, und wenn ich ihm auch die süßesten Na-men gebe: so schüttelt er sie ab, wie ein Reuter den Regen,wenn ich mich nicht auch ein bisgen nach seinem Sinne rich-te. Ich thue es auch gern, das weiß der Himmel, aberder Stand, worinn ich lebe, hat doch auch sein Recht,und die Mode ihre Forderungen, die man nicht mit Sttten-sprüchen abweisen kann; dieses müßte er doch auch beden-ken, und dann mein Schah sind ja mehrere Leute in der Welt,die mehr ausgeben wie sie einnehmen, wer kann alles so ge-nau nach dem Maaßstabe einrichten? und wer zehrt nichtwohl ein bisgen vorauf, wenn man noch Hofnnng hat seineEinnahme dereinst zu vergrößern? Jetzt ist die Zeit da wieunser Vermögen genießen können, über zwanzig Jahr wist
Az ich