an eiuen'philosophischen Kinderlehrer, zvy
weine Mädgcn nicht eben so gut durch ein: was werdendie Lcuee davon sägen? als durch eine Vorhaltung ihrerPflichten zum Guten leiten soll. Wenn wir aufrichtig redenwollen: so müssen wir gestehen, daß bei) jedem Menschen dieEmpfindung der Ehre am stärksten unter allen würke, unddaß die Ehre eine ehrliche Frau zu scyn und dafür gehaltenzu werden, mehr gutes thue, als die Pflicht es zu seyn.
Wenn mein ältestes Madgen, was jetzt rbJahr alt ist,«inen zärtlichen obgleich noch sihr unschuldigen Blick auf ei-nen jungen Menschen schießen laßt, so renne ich ihr, so baldich sie allein fassen kann, mit einigen Sarcasmen zu Leibe.Da ist sie eine verliebte Thörin, der junge Mensch ein Lasse,der noch kaum der Ruthe entronnen ist; da frage ich sie: wasdiese und jene, so ihren zärtlichen Blick wahrgenommcn,wohl von ihr gedacht habe, und in welchen Ruf sie sich setzenwerde, wenn sie schon so früh geschmeidig werde? — Ans> Liese Weise suche ich ihre ganze Ehrbegierde zu reitzen; undwenn es denn auch Zeit ist: so halte ich ihr ihre Pflichten vor.Ich verlasse mich aber in der That mehr auf meine Sarcas-men, und auf ihre Empfindungen von Ehre, als auf dieWürkung der übrigen Surenlchrrn. Jede ehrliche Haus-mutter yird Ihnen hiebei) sagen, daß ich auf diese Art mehrausrichte, und das zarte Alter meiner Kinder glücklicher zumwahren Alter der Uebcrlegung durchführe, als alle die Hof-meister und Hvfmcisterinnen, welche die fürstlichen Prinzenund Prinzeßmncn mit kalten Vorstellungen aus der Religionund Sittenlehre unterhalten, und in diesem Jahrhundert«den nicht viel Ehre eingelegt haben.
Die große Mühe, den Kindern von allem deutliche Be-griffe zu geben, kann ich noch weniger billigen, so strengeauch unsre Neuer» in dieser ihrer Forderung sind. Ern beut-licher.Begriff kömmt mir gerade so vor, wie eine Habersuppe,
U z worinn