Druckschrift 
2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
306
Einzelbild herunterladen
 

506 Schreiben einer Mutter

Eben so geht cs auch mit de» Departements, mit den viele»besondcrn Rechnungen, Etats und Berichtern; diese ver-mehren die Arbeit, aber nicht die Emuahme, und ein Fürst,der alles selbst sehen, lesen und wissen will, ist in meinenAugen ein Mann, der um einen Fuchs zu fangen mit zehntausend Unterkhanen ein Treibjagen austcllet. Ich dachteman ließe dem Fuchs ein Huhn und stellcte das Treibjagenein.

Stille, mein lieber Canzlcr, schloß der Fürst, die Orb-nung, die Ordnung ist eine so schöne, so nokhwendige, so wich«kige Sache . . . und «in Fuchs ist für die armen Hühner«in so schädliches Thier. Doch um auf unsre vorige Fragezu kommen und von der Sache recht aus dem Grunde un-terrichtet zu seyn, wollen wir durch unser Inrelligenzblatt«inen Preis von zo Dncaten für dir beste Ausführung Wer

die Aufgabe

bekannt machen lassen: wie viel braucht man um ;u leben?

G-i <K> u - ch>-s-

r^xix.

Schreiben einer Mutter an einen philo-

sophischen Kmderlehrer.

ik einem Worte, ich mag Ihr ganzes Geschwätz vo»

b- der Erziehung meiner Kinder nicht mehr hören.Die Gründe für dir Tugend sind gut, und meine Mädgcnsollen fie auch fassen. Aber die Erfahrung lehrt mich, nichtalles auf Grunde und Erkenntniß der Pflichten ankommc»zu lassen. Die Natur hat uns Empfindungen und Leiden-schaften gegeben, welche sowohl bey kleinen als großen Kin-dern zu nutzen sin-; und ich sehe gar nicht ein, warum ich

nmne