der Wochenmarkte. 259
Dasjenige Mädgen, das zu Hause keine Anführung hat,läuft mit, so bald es laufen kann, und gleicht bald einerschlechten Currentmünze, die einmahl glänzt, dann rochwird , und zuletzt für den schlechten innern Werth ver-schmolzen wird. Sie läuft von Haus zu Haus, vonHand zu Hand, verkauft und wird verkauft, und ver-liert ihre Unschuld ohne derselben froh zu werden. Diemitschuldige Mutter unterrichtet sie in der Frechheit, unddiese Brut ist es, welche dem Staate einst Mütter undWirthinnen liefern soll. Vielleicht sind unter Hundertenfünft, die so viel Früchte zu Markte bringen, daß cs dieReise und der Zeit verlohnt; die Menge der übrigen avcr,welche Butter, Eyer, Milch, Obst, Kienholz und der-gleichen bringt, hat für alle seine Mühe und Leriäum-niß täglich nicht -wem Groschen reinen Gewinnstcs; undum diesen Preis sollten sich die Landleute auf zwey Meilen,der bürgerlichen Bequemlichkeit aufopfern? zu diesemPreise sollen Mütter und Kinder Marktläuferinnen wer-den ; und Vater und Söhne täglich die Landstraßen be-laufen , zu Hause keine Verpflegung finden und in denSchenken hangen bleiben? Nein, mein Freund! dieseForderung der Bürger in kleinen Städten ist zu hart;die Aufopferung ist zu groß für den Staat; und daSWohlleben aller Städte bezahlt das Verderben so vielerLandleute nicht. Ich sage nichts von der großen Ver-wöhnung der Dienstboten in den Städten, welche durchdie Bequemlichkeit der Märkte von aller harten Arbeitjurückgebracht und bloße Zimmerputzerinnen werden.Gleichwohl verdient sie auch eine Betrachtung. Aus denStädten sollten geschickte Mütter aufs Land kommen.In dieser Absicht dienten die Töchter der Landleute ehe.dem gern in den Städten. Allein da, wo die Köchinalles vom Wochenmarkte holet, vermehret sich ein weich,
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