Äm 10. Zuni 1879, am Tage vor der Feier der goldenenHochzeit unserer Kaiserlichen Majestäten, sind die Schranken entferntworden, welche seit Zahr und Tag den Zugang zu dem Sieges-denkmal auf dem Kreuzberge bei Berlin verwehrten. Die genialenArbeiten, welche zum Zweck hatten, das Monument auf einenhöheren Standort zu stellen, ihm gleichzeitig eine seiner gegenwär-tigen Umgebung entsprechende Orientirung zu geben und es inallen seinen Theilen würdig zu erneuern, sind zum Abschluß ge-kommen, und wie ein alter, lieber, hochwillkommener Zeuge, dervon vergangenen großen Tagen redet, tritt das Denkmal wiedervor den Beschauer hin. Täglich wird es von Hunderten aufge-sucht, die es in seiner gegenwärtigen Gestalt betrachten, und zugleichan der weiten Rundschau, die sich von hier aus dem Auge dar-bietet, erfreuen wollen, und Manchem dürfte es willkommen sein,Näheres über die Entstehung des Monumentes und über die Be-deutung seiner einzelnen Theile zu erfahren. Diese Blätter wolleneinem derartigen Wunsche entgegenkommen.
Das Denkmal an die in den Befreiungskriegen der Jahre1813, 1814, 1815 erfochtenen Siege ist auf dem höchsten Punktin der nächsten Umgebung von Berlin, dem damals sogenanntenTempelhofer Berge errichtet. Er lieK aus dem Höhenzuge, welchervon Ost nach West südwärts von Berlin sich hinzieht und sich