Druckschrift 
Das Siegesdenkmal auf dem Kreuzberge bei Berlin, errichtet 1821, erneuert 1879
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

208 Fuß über das Meer oder 100 Fuß über das Spreethal er-hebt, tu dem die Haupt- und. Residenzstadt des Königsreichs Preu-ßen, jetzt die Deutsche Kaiserstadt sich ausbrciiet. Hier ward inGegenwart des treuen Verbündeten Preußens in den Befreiungs-kriegen, des Kaisers Alexander von Rußland, von KönigFriedrich Wilhelm III. der Grundstein zu dem Denkmal feierlichgelegt, welches das Andenken an die Befreiungskriege in dem Me-tall aufbewahren sollte, dem fünfzig Jahre später ein geflügeltesWort die Einigung Deutschlands zur Aufgabe stellte. Am 19.September 1818 hatte das Garde Jäger- und das Garde-Schützen-Bataillon die Zugänge zu der Baustelle besetzt; die übrigen Trup-pen der Berliner Garnison waren auf der Tempelhofer Anhöhemit der Front nach dem für das Denkmal bestimmten Platze auf-gestellt. Zur Theilnahme an der Feierlichkeit berufen waren derMinister des Handels und der Gewerbe Graf von Bülow,der General der Infanterie Graf Tau entzien-Wittenberg,der Geheime Ober-Baurath Schinkel, der Ober-Bau-DirektorTriest, der Mauermeister Hannemann, der SteinmetzmeisterWimmel und der Bauführer Schram m. Diese bei der Errich-tung des Denkmals unmittelbar betheiligten Personen wurden inweiterem Kreise umstanden von den hier anwesenden Staats-Mini-stern und hohen Civil-Beamten, von der Generalität, den Vertre-tern der ganzen Armee, den ältesten Offizieren, Unteroffizieren undGemeinen sämmtlicher hier anwesenden Truppentheile, und vonallen Rittern des Eisernen Kreuzes. Dem Eingang gegenüber hattedie hiesige und die Potsdamer Militair-Geistlichkeit sowie dieältesten Geistlichen jeder Berliner Kirche Stellung genommen, ander Spitze derselben der evangelische Bischof Eylert.

Um 8 Uhr erschien auf dem Bauplatz der König mit seinemerlauchten Verbündeten, dem Kaiser von Rußland, begleitetvon den Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, undempfangen von den militairischen Honneurs der Truppen und dembegeisterten Zuruf der Tausende von gegenwärtigen Zuschauern.Unter den üblichen Formen ward in die Baugrube gesenkt eineBronze-Platte, welche folgende Inschrift trägt: