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Hieronymus Magdeburger und Hans Schenck : zwei Studien zur Medaillenkunde
Entstehung
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Solche Medaillen fürstlicher Herren waren käuflich leicht zu er-halten oder auch im Nachguß einfach herzustellen, so daß es nichtverlohnt, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie Melchior Bayroder Scheurl zu den Stücken kam. Wenige Seiten weiter lesen wirin dem Kontobuch, daß Scheurls Sohn gleich zwei JoachimsthalerMedaillen, nämlich die bekannten Stücke König Ludwigs und derKönigin Maria von Ungarn, sowie Stephan und Lorenz Schlick alsPräsent erhielt, und 1537 verschenkte Scheurl selbst einen solchen„Schaugroschen“ des ungarischen Königspaares. Ein Jahr darauf ver-ehrte ihm hingegen Kardinal Albrecht von Brandenburg seine schönePorträtmedaille in Gold. Es liegt also nahe, auch bpi den beidenPorträtstücken des Herzogs fürstliche Geschenke anzunehmen, aber fürdie vorliegende Frage, wer die Medaillen gemacht hat, ist das allesgleichgültig.

Sponsels Untersuchung führt in die Irre, weil sie methodisch ver-fehlt ist. Es geht nicht an, die sächsischen Fürstenmedaillen aus demKomplex, dem sie angehören, zu trennen und diese Stücke für sichzu behandeln. Will man dem Meister auf die Spur kommen, muß manselbstverständlich die ganze Reihe ins Auge fassen. Diese Reihe setztsich zusammen aus zwei Gruppen, die ich unter den Namen „Meisterdes Kardinals Albrecht“ und „Meister des Pistorius“ zusammen-gefaßt habe. Meine Vermutung, daß beide Gruppen von ein und der-selben Hand herrühren, hat mir neu hinzugekommenes Material bestätigt.Eine neue kritische Durcharbeitung der ganzen Reihe ergiebt nunfolgendes Bild 1 :

und stützt damit seine Flötner-Hypothese. Das ist indes eine Täuschung der Photo-graphie (a. a. O. S. 56). Wie ich mich an Ort und Stelle vor dem Original überzeugthabe, kann von einer Ähnlichkeit keine Rede sein. Das feine idealisierte Profil desheiligen Königs mit der dünnen, langen, etwas hängenden Nase, hat mit dem klobigen,kurznasigen Kopf des Herzogs nichts gemein,"außer dem langen Bart, der indes dortnoch ein gut Stück länger herabfließt als bei Georg.

1 Aus meiner früheren Liste (D. M., S. 108 u. 11 l)sind folgende Stücke zu streichen:Kardinal Albrecht 1530 (2 Stücke), Raimund Fugger (rückseitig signiert H. W. [HansWild], wie M. Bernhart gelesen hat), Friedrich von der Pfalz (sicher von L. Neufahrer),Hieronymus Lother (richtiger von Hans Reinhart). Auch Georg Fugger und mitihm Klara Rosenberger (abgeb. Habich, D. M. Taf. VI, 4 u. 5) sind mir unsicher geworden.

Die auf Georg Fugger bezügliche Notiz im Inventar der Sammlung ErzherzogsLeopold Wilhelm, von der eine methodische Untersuchung auszugehen hat, hält einerkritischen Prüfung in diesem Falle nicht stand. Außer dem Steinmodell Georg Fuggers,

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