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Hieronymus Magdeburger und Hans Schenck : zwei Studien zur Medaillenkunde
Entstehung
Seite
21
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Hans Schenck, der „Meister mit dem Krüglein.“

Von Georg Habich.

(Taf. IV u. v).

I m Jahre 1526 schreibt Christoph Sydlowiecki, der Kanzler KönigSigismunds I. von Polen, an Herzog Albrecht von Preußen, er mögeihm den „Maler oder vielmehr Bildhauer“ schicken, von dem er,Sydlowiecki, gehört habe, „daß er menschliche Bildnisse in Erztafeln,Stein und Holz darzustellen“ verstehe. Albrecht antwortet darauf einigeTage später: „Ich schicke Euch meinen schon lange versprochenenBildhauer und zugleich als Beweis seiner bedeutenden Kunst eine vonihm gearbeitete silberne Münze (nummum) 1 .“

Wir besitzen von Herzog Albrecht aus den Jahren 1525 und 1526 dreiMedaillen, die hier in Betracht kommen 2 : Taf. V 1, 2 u. Abb. 2 (S. 31). Alledrei sind von derselben Hand. Dazu gesellt sich weiter, ebenfalls aus demJahre 1526, ein stattliches Schaustück Sydlowieckis Taf. V 3 selbst, das un-verkennbar denselben Künstler zum Urheber hat, und nicht genug damit,auch der Polenkönig Sigismund ist mit einer Medaille 3 vertreten, diegeradezu wie ein Gegenstück zu jener gearbeitet ist. Lehnt sich dieseallerdings stark an Sigismunds bekannte große Medaille in der Art des HansSchwarz an, so sind die anderen zweifellos nach dem Leben geschaffen.Wir haben hier also die Arbeiten des Meisters vor uns, der im Brief-wechsel des Herzogs und des Kanzlers so rühmlich erwähnt wird.

Wer war dieser Künstler? — Aus den von Ehrenberg veröffent-lichten Briefen und Akten erfahren wir von einem Conterfetter HansSchenck oder Scheutzlich oder Scheusslich, der über 33 Jahre mitHerzog Albrecht in Beziehung stand. 1528 erhält Hans Scheutzlich

1 s. Eheberg, Kunst am Hofe der Herzoge von Preußen, S. 145, Nr. 16 u. 17.Im April desselben Jahres ist dann von einem „Symulachrum imperatoris Turcarumsculptum“ die Rede, worunter, wie vorher, eine Medaille verstanden sein könnte. Über-haupt war am preußischen Hofe der Sinn für Medaillen sehr entwickelt. Eine Nach-richt, daß ein ungenannter Bildhauer „von S. F. D. (Albrecht) zwei Conterfeit in Stein“gemacht und ebenso „des Fräulein ir Gnaden Conterfeit“ ist leider unbestimmt undundatiert. — 1534 schickt Markgraf Georg an den Herzog die „Abgießung“ der Bildnissevon sich, seiner Gemahlin, dem jungen Markgrafen Albrecht und der PflegetochterMaria (Eheberg, S. 155, Nr. 103 a).

2 Menadier, Schaumünzen des Hauses Hohenzollern S. 140, Nr. 549, 555 u. 556.Taf. 72 (wo falsch nummeriert 554 u. 555).

B Gumowski, Med. Jagiellonow Taf. XIV 59.