lieh mit ihm und Pankraz Labenwolf nach Entwürfen des Hans Dürerden Krakauer Silberaltar —, so müssen nach Sponsels Schlußfolgerungdie Medaillen, die er bei den Doppelscheuern verwandte, von PeterFlötner herrühren. Dieser hat, so will es Sponsel, Melchior Bayr seineOriginalmodelle zur Verfügung gestellt, und Melchior Bayr hat dieBechermedaillen nach diesen Modellen gegossen oder auch von demKunstgieser Maßlitzer gießen lassen. Ist dieser Schluß schon logischnicht einwandfrei, so erweist er sich auch sachlich als unhaltbar. DieMedaillenporträts des Kaisers und der Kaiserin sind nämlich, wie ichSponsel während des Druckes seiner Arbeit mitzuteilen Gelegenheithatte, beide erhalten. Es sind aber, worauf ich Sponsel ebenfalls auf-merksam gemacht hatte, für jeden, der sich mit den deutschen Medaillenauch nur oberflächlich befaßt hat, unbezweifelbare Arbeiten nicht Flöt-ners, sondern des Nürnberger Hauptmeisters Matthes Gebel 1 .
Was Sponsel sonst anführt, um 'seine These zu stützen, ist fürunsere Frage belanglos. Belanglos ist es, ob das 1538 bestellte Trink-gefäß identisch ist mit einer der beiden Scheuern von 1540 (nebenbeibemerkt, höchst unwahrscheinlich), belanglos ferner, ob Scheurl dieOriginalmedaillen dazugab oder ob es Nachgüsse waren, die Bayr ver-wandte (beides kommt bei Silberschmiedearbeiten der Zeit vor), gänz-lich belanglos endlich, ob Bayr selbst die Nachgüsse herstellte oder sievon einem Anderen, etwa Maßlitzer, herstellen ließ 2 . Wesentlich aberist, daß die Medaillen des Kaiserpaares nicht von Flötner, sondern vonMatthes Gebe! herrühren. Mehr als gewagt ist daher der Schluß, daßdie beiden von M. Bayr verwendeten Medaillen Georgs deshalb vonFlötner sein müssen, weil M. Bayr auch später einmal mit Flötner (undzwei anderen Nürnberger Künstlern) zusammen ein grosses Altarwerkausführte 3 . Daß dieser Schluß verfehlt ist, beweisen klipp und klardie ebenso verwendeten Medaillen Karls und Isabellas an dem zweitenGefäß, die eben nachweislich nichts mit Flötner zu tun haben.
1 Abb. Domanig, Erzh. Oe. Taf. VIII Nr. 45. — Sponsel ließ sich offenbar irre-führen von Domanig, der diese Medaillenbildnisse, wie zahlreiche andere GebelscheArbeiten, seinem P. Flötner vindizierte (a. a. O.).
2 Daß Bayr selbst dazu imstande war, ist keine Frage. Einen Abguß der Medailledes Kardinal-Erzbischof Kies von Trient kauft Scheurl von ihm direkt; s. Heerwagen,a. a. O. S. 113.
3 Sponsel glaubt in dem knienden König der Anbetung auf dem Krakauer Silber-altar ein Bildnis Herzog Georgs, entsprechend dem Medaillenprofil, erkennen zu dürfen,
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