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Gabriel Ritter von Grupello und seine Broncestatuette des Kurfürsten Johannes Wilhelm im Jägerhof zu Düsseldorf
Entstehung
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sagenhafte Ueberlieferungen lassen ihn wegen eines beieinem Brande in Brüssel verlorenen Juwelenkästchens nachder Schweiz flüchten; es scheint aber, dass er ruhig inder Heimath, seiner Neigung folgend, die Bildhauereistudirte, und zwar, wie Volkmann in der TeutschenAcademieberichtet, in Antwerpen bei dem älteren Quel-linus. Später soll er in Paris gearbeitet haben, um dannnach Brüssel zurückzukehren, wo er sich niederliess undbald ehrenvolle und lohnende Aufträge erhielt. ImJahre 1673, also noch nicht 30 Jahre alt, wurde er Meisterder Gilde und Hofbildhauer Karls II. von Spanien. ZweiJahre später errichtete er in dem nunmehr verbrannten Ver-sammlungssaal der Fischergilde in Brüssel für 60.000 Livreseine Fontaine von Marmor mit den Figuren des Neptunund der Thetis. Dieser Brunnen ist jetzt im Museum zuBrüssel aufgestellt. Schon vorher hatte er dort die Figureneines Narcissus und einer Diana für das Palais des Fürstenvon Thurn und Taxis ausgeführt, die 1780 in dem Stadt-park aufgestellt wurden, wo sie sich am Springbrunnendem Ständehause gegenüber noch befinden. Auch an denArbeiten für ein Mausoleum in der St. Ursula-Capelle inNötre-Dame des Victoires (oder au Sablon) für die 1677verstorbene Gräfin von Thurn und Taxis war Grupellobetbeiligt. Springer (im Baedeker für Belgien und Hol-land) schreibt ihm allerdings nur einen fackeltragendenEngel an der rechten Seite zu. Die Kirche wurde 1304von der Armbrust-Schützengilde, der Sage nach, zum An-denken an den Sieg bei Worringen 1288 gegründet, dembekanntlich Düsseldorf, die spätere Heimath Grupellos,seine Erhebung zur Stadt verdankt.

Wie sehr man den Künstler in Brüssel schätzte, gehtdaraus hervor, dass er dort als ersterstatuaire SeinerMajestät von den Lebensmittelabgaben durch die Muni-cipalität befreit worden war, was er sich später, am4. Februar 1715 bescheinigen liess.

Durch seine in Brüssel ausgeführten Arbeiten hatteGrupello die Aufmerksamkeit des Kurfürsten Johann Wil-

*) Teutsche Academie, neue Ausgabe von J. J. Volkmann 1774.Bd. VII, 3 pag. 371.