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manni, nämlich des Conrad Orth ab Hagen setzten diese Gegner schließ-lich die Absetzung des Erzbischofs durch. (Näheres siehe Sette 363.)Dies alles mag einen niederdrückenden Einfluß auf das Gemüt desjungen Michael ausgeübt haben, der in Köln jetzt eben festen Fuß gefaßtund sich verheiratet hatte. Und dieser Eindruck wird um so nachhaltigergewesen sein, als nach der Absetzung Gebhards zwischen diesem und seinemNachfolger, dem Erzbischof Herzog Ernst von Bayern sogar Krieg entbrannte,der sogenannte Truchseß'sche Krieg. Wenn in diesem Krieg auch schließlich diebayerische Übermacht den Sieg davon trug, so litt doch Köln unsagbar schweran diesen Kriegsereignissen.
Erzbischof Ernst von Bayern verfolgte mit ausgesuchter Härte die Protestan-ten. Der Rat der Stadt Köln, in den Michael Hermans um diese Zeit einge-treten sein mochte, stand ihm darin nicht nach. Da die Evangelischen sich gegenall die schweren Bedrückungen, denen sie ausgesetzt waren, wehrten, bliebenUnruhen nicht aus. Der Senat wurde verdächtigt, er habe öffentliche Gelderveruntreut. Eine gewaltige Gärung entstand in der Bürgerschaft. Da warkeiner, der nicht den Perlust seines Vermögens in der bevorstehenden Krisebefürchtete. Das waren Jahre der allerschwersten Sorgen für die Kölner Rats-herren. Aber es gelang dem Senat, die Mehrheit der Bürger endlich auf.seine Seite zu ziehen. Und nun ging es mit äußerster Strenge gegen dieEvangelischen vor, deren Zahl anfangs des 17. Jahrhunderts schon mehrereTausend betrug. Diese mußten alle die Stadt Köln verlassen, iodaß imJahre 1618 über 1400 Häuser in der Stadt leer standen. Sie ließen sich inMülheim am Rhein und in Krefeld nieder. Dadurch erlebten diese Städte einegroße Blütezeit, während in Köln Handel und Gewerbe immer mehr sanken.
In den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges wurde Köln zwar nochvon der Kriegsfurie verschont. Als aber der Schwedenkönig Gustav Adolf aufseinem Siegeszuge an den Rhein kam, als die ganze Uferstrecke von Mainz bisCoblenz in die Hände der Schweden fiel, da griff auch in Köln eine große Be-stürzung um sich. Die Bürgerschaft forderte, daß das rechtsrheinisch gelegeneDeutz befestigt würde. Sie machte dem Rat den schweren Vorwurf, er ver-folge nicht der Stadt Bestes, insbesondere habe er dem damaligen KurfürstenFerdinand (1612—1660) gegenüber es am entschlossenen Eintreten fehlenlassen. Kurfürst wie Rat der Stadt mußten dem Drängen der Bevölkerungnachgeben und in Deutz Befestigungswerke aufführen. Damals war MichaelHertmanni Wallherr im Rat, und wir müssen annehmen, daß er diese Be-festigungsbauten zu beaufsichtigen hatte. Der Schweden-General Baudissinversuchte den Rat zu beeinflussen, den Bau einzustellen. Als diese Versuchefehlschlugen, überfiel er Deutz und setzte sich dort fest. Nunmehr ließ der Ratdie Bürgerschaft sich bewaffnen und über den Rhein setzen. Es gelang ihr, am22. Dezember 1632 die Schweden zu vertreiben.
Das ist der geschichtliche Hintergrund der Zeit, in der Michael Ratsherrin Köln war, es war eine Zeit voll von Sorgen und Nöten. Die Chronikweiß freilich auch von einem Freudenereignis zu berichten. Papst Urban Vlll.bestimmte das Jahr 1634 zu einem Jubeljahr mit besonders großem Ablaß.Da in dieser Kriegszeit eine Pilgerfahrt nach Rom kaum möglich war, so ver-ordnet« Erzbischof Ferdinand, daß dies Jubelfest in Köln vom 27. Mai bis