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Der geschichtliche Hintergrund unserer Familiengeschichtein der Zeit vom Ende des 16. bis zum 17. Jahrhundert.
Michael Hermans —Z— kam in einer religiös schon sehr bewegten Zeitnach Köln (1580). Zwar war es dem Erzbischof Graf Adolf von Schauenburg(1547—1577) gelungen, die durch seinen Vorgänger, den Erzbischof Hermannvon Wied (1515—1546) ins Leben gerufene evangelische Bewegung zu unter-drücken. Aber im Geheimen bestand noch eine evangelische Gemeinde, die dieHoffnung nicht aufgab, in Köln doch noch freie Religionsübung zu erhalten.Im Jahre 1582 reichten zu diesem Zweck einige evangelisch gesinnte Senatoreneine Bittschrift an den Rat ein. Es half ihnen nichts, sie wurden ins Gefängnisgeworfen. Da kam ihnen der Graf Adolf von Neuenahr zur Hülfe. Er ließ10 Minuten vom Aachener Tor entfernt in einer kleinen Kirche auf dem ihmgehörigen Hofe Mechtern dreimal evangelischen Gottesdienst halten.*) Diesmachte ungeheures Aufsehen, die ganze Stadt war in furchtbarer Erregung.In Scharen strömte man zu den Predigten hinaus. Der Rat verbot denBürgern hinauszugehen, er schloß die Tore der Stadt. Ja er ließ sogar diePredigtkirche mit grobem Geschütz beschießen. Es kam das Dekret, daß alleFremden, die seit 1566 in die Stadt gekommen wären und nicht nach den Vor-schriften der katholischen Religion lebten, in 4 Wochen die Stadt geräumthaben mußten. Michael Hermans gehörte als treuer Katholik nicht zu diesen,er durfte bleiben, und er erlebte dadurch in Köln noch mancherlei, was sichmit seinem katholischen Fühlen nicht vereinbaren ließ. Erzbischof war damalsGraf Gebhard Truchseß von Waldburg. Als er 1577 gewählt wurde, stand erin dem Rufe eines strengen und gottseligen Dieners seiner Kirche. Aber dasänderte sich bald. Er hatte 1579 die Gräfin Agnes von Mansfeld, die inKöln zu Besuch war, kennen gelernt und war ihr näher getreten. Ihre Brüdersetzten ihm deshalb energisch zu und stellten ihn vor die Wahl, ihrer Rache zuerliegen oder durch Verzicht auf das Erzstift und Heirat ihre Schwester wiederzu Ehren bringen zu wollen. Gebhard gelobte das letztere, konnte sich aberschließlich doch nicht zur Verzichtleistung aus das Kurfürstentum entschließen.Er suchte hierfür den Ausweg, daß er evangelisch werden wollte. Es gab auchsonst schon im Kölner Domkapitel mehrere Männer, die zu dieser neuen Lehreübergetreten waren. So ließ er sich im Jahre 1583 mit Agnes von Mansfeldtrauen und machte aus seinem evangelischen Glauben kein Geheimnis mehr,indem er auch die Protestanten, wo und wie er nur konnte, unterstützte.Natürlich hob nun der Sturm seiner Gegner wider den abtrünnigen Erzbischofim Ehejoch an. Unter der Führung eines anderen Ahnen der Familie Hert-
') Verfasser war von 1899-1918 Pfarrer in Köln-Ehrenfeld, auf dessen Bodender Mechterner Hof einst lag, und hat über jenes Ereignis eine ausführ-liche Darstellung in Druck gegeben.
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