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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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außer seinem elterlichen Vermögen auch die ganze Hinterlassenschaft seinesOnkels, des Kanzlers Bernhard von Hagen. Er nahm wohl aus Dankbarkeitdafür den Namen Conrad Orth ab Hagen an und ist der Stifter der großenStiftung Orth ab Hagen geworden.

Conrad scheint von seinen ersten Studienjahren an bei seinem Onkel, demKanzler, in Köln gewohnt zu haben. Cr verlegte sich in Köln auf dasStudium des kanonischen Rechts, war im Stifte zu Maria im Capitol Priesterund seit 1645 Dechant des St. Georgstiftes. Weniger geneigt zur Pfarramt-lichen Tätigkeit hielt er an der Kölner Universität, welche ihm das Doktoratbeider Rechte verliehen hatte, zahlreich besuchte Vorlesungen und wurde 1661sowie 1570 zu ihrem Rektor erwählt. Besonders erwähnt wird von ihm, daßer ein sehr eifriger Streiter gegen Luthers Lehre war. Er starb in Köln am12. März 1589, seine Leiche wurde in der St. Georgskirche vor dem Chorin der Nähe der Kanzel beigesetzt. Ein Bild von ihm, wie auch ein Bildseines Onkels befindet sich in dem Amtslokal des Kölner Verwaltungsratsdes Schul- und Stiftungsfonds.

Er setzte in seinem Testament seinen jüngeren Bruder Liborius ab Orth,der ebenfalls Priester in Köln war, sowie den Sohn seiner StiefschwesterGertrud Plagmar, der verehelichten Theodor von Pape, namens Beda Pape,der Lanonicus von St. Gereon war, zu seinen Erben «in mit der Bestimmung,sein ganzes Vermögen zu einer Stiftung zu gestalten. Beide sind aber vorhergestorben.

Wir haben oben gesehen, wie sowohl der Oheim Bernhard als auch derNeffe Conrad eifrige Verfechter des katholischen Glaubens der Reformationgegenüber waren. Ihre Verteidigungsstellung wurde ihnen um so schwerergemacht, als 2 Erzbischöfe in Köln, zuerst Hermann von Wied und dannbesonders Gebhard Truchses (15771583) entschieden der Luther'schen Lehrezuneigten. Als letzterer vom Papst und Kaiser abgesetzt wurde, war es fürdas Domkapitel keine leichte Aufgabe, die Entsetzung des Erzbischofs durchzu-führen und eine neue Wahl vorzunehmen, weil der Dompropst Graf vonWitgenstein und 5 der fürstlichen Domkapitularen evangelisch und fürGebhard waren. Aber der Domdechant mit 6 fürstlichen und sämtlichen8 Priester-Kapitularen, an ihrer Spitze Conrad Orth ab Hagen, standen festund vollzogen am 22. 5. 1583 die Wahl des Fürstbischofs Ernst von Lüttichzum Erzbischof und Kurfürsten.

In seiner Familie mußte er freilich etwas erleben, was diesen eifrigenKämpen um die Lehre Roms sehr empfindlich traf. Beide Töchter seinesältesten Bruders Bernhard ab Hagen verheirateten sich mit Evangelischen,nämlich Gertrud mit dem kurkölnischen Rat Johann Grote in Geseke, undUrsula mit dem Bürgermeister Johann Flörken in Lemgo. Besonders JohannGrote, der sich dem vertriebenen Erzbischof Gebhard Truchses anschloß, machteihm viel zu schaffen. Es würde zu weit führen, wollte ich darüber noch mehrberichten, zumal diese Seitenlinie der Familie ab Hagen mit den Hertmannisin keinem direkten Zusammenhang steht.

Wir müssen es uns versagen, den Wortlaut der Stiftungsurkunde desConrad Orth ab Hagen hier zum Abdruck zu bringen. Sie ist sehr umfangreich,umfaßt sie doch 15 Druckseiten, und ist natürlich in lateinischer Sprache verfaßt.