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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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b) Der Rittersitz Kollenburg bei Willich.

An der alten Straße, die von Neuß nach Kempen führt, hinter Osterrathund etwa eine Viertelstunde südöstlich vor Willich (bei Krefeld) lag einstHaus Kollenburg.

Der Veste Trümmer sind geräumt,

Der weite Wildpark ist entzäunt.

Den Ort, wo das Kastell einst stand,

Durchbricht der Pflug als Gartenland.

So hat einer in unfern Tagen in — wenn auch nicht gerade schönen — Versengesungen. In der Tat, wenn man die Gebäude des jetzigen Ackergutes betrach-tet, so vermutet man nicht, daß hier einst ein mit Türmen und Gräben starkbefestigtes Burghaus sich erhob, das in Kriegszeiten der bedrängten Gegendals Zufluchtsstätte diente.

Die Ländereien des Guts dehnten sich in ältester Zeit bis zum DorfeWillich aus, bis in die Nähe der Kirche.

Man unterscheidet Groß- und Klein-Kollenburg. Letzteres lag an derSüdseite von Groß-Kollenburg, es war nicht mit dem heute Klein-Kollenburggenannten Dohrhof bei Anrath identisch. Groß-Kollenburg umfaßte 163 Mor-gen und Klein-Kollenburg 66 Morgen Land.

Der Ritter Johann von Broich nennt sich 1438 „von der Kollenburg".Mit Urkunde vom 10. Dezember 1435 stiftete er den Kreuzaltar in der WillicherKirche. Das ist die älteste Nachricht, die wir von den Besitzern der Kollenburgkennen. Der Besitz ging im Lauf der nächsten 2—3 Jahrhunderte oft in andereHände über. Es würde zu weit führen, hier all die vielen Namen anzuführen.

Geschichte und Sage wissen von der Kollenburg mancherlei zu erzählen.

In Kriegszeiten spielte Kollenburg eine wichtige Rolle. Wie der WillicherPastor Streidthoven berichtet, fand derselbe beim Antritt seiner Pfarrstellc1587 alles durch den truchsessischen Krieg verwüstet, er fand „keine Pfarrge-nossen in ihren Höffen noch Häusern wohnend wegen unerträglicher grausam-keit und Wütterey der alles hinwegnehmender und verbergender Soldaten . .einige erhielten sich auf den Adtlichen schlößern Hülsdung und Collenburg, soder Pfahr Wilich unterworfen, allda haben sie sich und die Ihrige, wie wollbeynahe aller fachen beraubt, mit dem gewehr und Wapffen beherzt unddapffer verthädigt." (Bayertz S. 149).

Im Jahre 1691 war die Kollenburg von den Landständischen Soldatendurch Verrath eingenommen worden, welche nun von hier aus ihre Raubzügein die Umgegend unternahmen. Am 12. April mußten sie aber daraus ent-weichen, und die Einwohner kehrten wieder zu ihren verbrannten Höfenzurück.

Als die „Staatischen" die Kollenburg eingenommen, wurde der Herr vonMyllendonk vom Kölner Kurfürsten beauftragt, die Burg wieder zu erobern.Es heißt in Betreff dieses Ereignisses in Kempener Aktenstücken: „Im Jahr