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1591 den 29. Aprilis aus churfürstlichem Befehl der Herr von Milendonk dasHaus Kahlenburg, wessen den 20. Aprilis sich Staatische durch Anschlag desVerräthers Heußgen von Jülich bemächtigt, eingenommen und den Heußgenhenken lassen, zu welcher Belagerung das Amt Kempen einen Beitrag gethan200 Rthlr."
Eine Sage, welche an der Kollenburg haftet, mag noch erzähltwerden. Von zwei Rittern, welche aus Freunden Nebenbuhler wurden, wirdder eine zum Mörder, indem er seinen ehemaligen Freund von tätlichemPfeile durchbohrt. Der Kollenburger fällt, und auf der Unglücksstätte, ineinem Weiher, wird später ein liegendes Kreuz aus Erde aufgeworfen, wodurchder hier spukende Schatten des Mörders gebannt wird. Dieses Kreuz zeigtman noch in der „Kreuz-Kull" bis auf den heutigen Tag.
„Hier ist aus Erd' ein Kreuz gemacht.
Weil, wie des Volkes Gerede sagt,
Der Kollenburger letzter SproßHier fiel durch Freundes Jagdgeschoß."
Bei Gelegenheit einer Hochzeit nämlich ließ ein Ritter Dagobert einTurnier in seinem Hof zusammenrufen. Zu den Geladenen gehörten auchMax von Lovenburg und Bernard von Kollenburg. Die Genannten warenbis dahin Freunde, jedoch entzweite sie ein gleiches Ziel, da Beide für dieschöne Freiin Bertha von Sassen entbrannt sind, welche das Versprechenabgegeben, demjenigen, welcher im Turnier den Preis gewinnen werde, welcherin einem silbernen Schilde mit goldenem Rande bestand, ihre Hand zu reichen.Der Kollenburger trägt den Sieg davon, aber der Lovenburger sinnt aufRache. Ein heimischer Dichter singt:
„Weh, des Lovenburgers RacheLauert in des Burgrings Lache.
Hier war's, wo bei nächt'ger Weil'
Niederstreckt des Mörders PfeilEinen Freund in Sieg und Schlacht,
Freund bei Waffenspiel und Jagd."
Fräulein Bertha nahm darauf den Schleier und trat in ein nahes Kloster;aber der Schatten des Mörders zeigte sich zur Nachtzeit vor ihrem Fenster-gitter, und wich nicht eher, bis sie ihm einen Blick zugeworfen. Ein Jahr späterspukte er in der Nähe der Unglücksstätte.
„Doch in jeder MitternachtWankt er dann in RittertrachtBei den Kollenburger Teichen,
Pfeil und Bogen sind sein Zeichen.
Das war Max von Lovenburg,
Seine Schuld büßt er dadurch,
Bis ein frommer SchäferbubIn dem Teich die Kreuzform grub."
Von da ab verschwand die Erscheinung und die Volkssage nimmt an,daß durch die Herstellung des Kreuzes im Weiher der Bann gelöst worden