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Johann Michael ist ein bedeutender Mensch gewesen. Er hatte die Rechtestudiert und den juristischen Doktortitel erworben und trat dann in die Dienstedes Pfalzneuburgischen Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz, der zu-gleich auch Herzog von Bayern, Jülich, Cleve und Berg war. (Das Nähere überdiesen Kurfürsten wolle man auf Seite 378 f. Nachlesen.) Er bekleidete dieStelle eines Geheimen Hofrats. Der Kurfürst hat große Stücke auf JohannMichael gehalten, was aus einem heute noch in Abschrift erhaltenen Brief desKurfürsten zu ersehen ist, den er kurz nach dem Tode des Johann Michael andessen Sohn Johann Bernhard — 728 — geschickt hat, den ich hier in seinerdamaligen Schreibweise folgen lasse'):
Von Gottes Gnaden Philipp Wilhelm kurfältz. graff Berg Rhein inBayernen, zu Gulich, Cleve und Berg Hertzog etc.
unsern gnädigsten grüß zu Vorn. Hochgelahrter Lieber, getreuer, wirhaben auß Ewerem unterthänigsten Bericht vom 10. dieses, welchen wiruns gehorsambst referieren ließen, fast ungern vernahmen daß absterbenunseres gewesenen geheimen Raths, Ewers Datieren, des Doctoris hert-manni, wir haben daran einen sehr guten Diener und den-selbenungern verlohren,
und Verbleiben Euch zu Gnaden geneigt. Grunan, den 17. aprilis 1670
gez. Philipp Wilhelm.
(Die gesperrt gedruckten Wörter sind von dem Kurfürsten eigenhändigunterstrichen worden.)
Auch in anderen an Johann Bernhard —728— gerichteten Briefen desKurfürsten wird immer wieder auf die Verdienste Johann Michaels hingewiesen.(Siehe Seite 65). In welch hohem Ansehen das Andenken Johann Michaels nochlange nach seinem Tode stand, zeigt uns das Reichsadelsdivlom des WilhelmJoseph von Hertmanni — 789 —, worin ausdrücklich die Erhebung desGenannten in den Adelstand mit den großen Verdiensten seines GroßvatersJohann Michael begründet wird. (Siehe Seite 421.) In diesem Diplomist auch die Rede von „verschiedenen wichtigen Gesandtschaften" Johann Mi-chaels, von denen ebenfalls etwas erwähnt wird in jener alten wohl aus dendreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts stammenden Familienchronik, die imAnhang (Seite 380 ff.) abgedruckt ist, wo es heißt, daß er „envoye zur Cöllen-schen Wahl in annis 1667 und 1668 gewesen" sei. Wir wissen darüber nichtsGenaueres. Allem Anschein nach hat Kurfürst Philipp Wilhelm seinen Gehei-men Rat öfters zu wichtigen diplomatischen Aufträgen an den kurfürstlichenHöfen zu Köln und Trier benutzt, wodurch es sich erklärt, daß ihm von diesenFürsten die Titel kurkölnischer bezw. kurtrierischer Geheimer Hofrat verliehenwurden. Von der Gattin des TriEr Kurfürsten, der Pfalzgräfin ElisabethAmalia Magdalene besitzen wir die Abschrift eines Briefes an Johann Michaelmit folgendem Wortlaut: 2 )
„Dem Hochgelahrten unsers freundes Hertzliebsten Herrn und gemahlsLiebden geheimen Rathen, gulischen under Herren Syndico und LiebenBesonderen Johann Michaelen hertmanni a Cölln Von gottes Gnaden
') Düsseldorfer Staatsarchiv, Abt. Familienarchive.2 ) Düsseldorfer Staatsarchiv, Abt. Familienarchive.